2009 - ein hartes Jahr für Danfoss

Verlust geringer als erwartet

Niels B. Christiansen, Vorstandsvorsitzender und CEO der Danfoss A/S hatte für 2009 keine guten Zahlen zu verkünden.
31.03.2010 - 2009 war ein schwieriges Jahr für Danfoss. Der Konzern wurde von der weltweiten Wirtschaftskrise hart getroffen. Die erhebliche Unsicherheit und Zurückhaltung der Kunden zum Ende des Jahres 2008 setzte sich besonders im ersten Halbjahr 2009 mit all seinen negativen Marktbedingungen fort. Diese Entwicklung führte zu einem Umsatzrückgang von 27,5 Mrd. DKK im Jahr 2008, auf 25,6 Mrd. DKK, was einem Minus von 7 Prozent entspricht. Um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkurseffekte bereinigt, entspricht dies einem Rückgang um 12 Prozent. Im Vergleichszeitraum war es noch ein Plus von 2 Prozent. Die Divisionen: Heating musste ein Minus von 14 Prozent hinnehmen, bei Danfoss Motion Controls waren es minus 11 Prozent und bei Danfoss Refrigeration & Air Conditioning minus 17 Prozent. Sauer-Danfoss musste ein Defizit von 45 Prozent hinnehmen.

Vor allem in den ersten sechs Monaten musste Danfoss dank der Wirtschaftskrise einen erheblichen Nachfrage-Rückgang nach seinen Produkten und Dienstleistungen hinnehmen. Die Umsätze im europäischen Hauptmarkt fielen gegenüber 2008 zweistellig, was auch für Russland gilt. Nord- und Lateinamerika verzeichneten ebenfalls Rückgänge, besonders Nordamerika wurde von der Finanzkrise stark getroffen. Im zweiten Halbjahr erholten sich einige Märkte leicht. Verglichen mit dem Vorjahr, verbesserten sich die Umsätze im vierten Quartal dann marginal. Europa verzeichnete auch in den letzten drei Monaten ein rückläufiges Geschäft, allerdings nicht so stark als zuvor. Russland hingegen erwirtschaftete zweistellige Zuwächse. Der brasilianische Markt konnte sich etwas verbessern, während China und Indien gute Fortschritte machten. 2009 übertraf Amerika den deutschen Markt und wurde damit zum größten Umsatzbringer. Die wachsende Bedeutung Chinas dokumentiert sich 2009 im Aufstieg dieses Markts auf Platz drei. 2008 lag das Land in der Konzern-Rangliste noch an fünfter Stelle.

Obwohl der Konzern 2009 auf die Kostenbremse trat, reichten die Initiativen nicht, um mit den fallenden Umsätzen Schritt zu halten. Die Kostendämpfungs- und Restrukturierungsmaßnahmen wurden eingeleitet, um die langfristige Wirtschaftlichkeit des Konzerns sicherzustellen. Leider war Danfoss durch die Umsatzrückgänge auch gezwungen, sich von Mitarbeitern zu trennen. In Verbindung mit Restrukturierungsmaßnahmen wurden so einmalige Aufwendungen und Rückstellungen in Höhe von 573 Mio. DKK notwendig. Eine der größten Einzelmaßnahmen und um die Wirtschaftlichkeit des Haushaltskompressorengeschäfts (Kompressoren für Kühlschränke) zurückzugewinnen, war die Schließung der Produktion in Flensburg. Die Fertigung wurde in die in China und der Slowakei bestehenden Werke verlagert. Davon betroffen sind etwa 450 Flensburger Mitarbeiter. Mit um 45 Prozent sinkenden Umsätzen war Sauer-Danfoss besonders hart von der Krise betroffen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, senkte das Unternehmen die Kosten in allen Bereichen. Die Folge waren unter anderem der Verkauf untergeordneter Geschäftsfelder, Werksschließungen und Entlassungen.

Ende 2009 beschäftigte Danfoss 25 740 Menschen, 5 977 weniger als 2008. Die Verteilung ist wie folgt: Europa (ohne Dänemark) 11 320 (2008: 13 410), Nordamerika einschließlich Mexiko 3 494 (5 165), Lateinamerika 378 (516), Asien/Pazifik einschließlich China 3 853 (3 912) und 180 (177) in den anderen Regionen. In Dänemark waren 6 515 Arbeitnehmer beschäftigt, gegenüber 8 645 im Jahr zuvor.

Im Februar 2010 übernahm Danfoss die chinesische Firma Tau Energy, die das Wärmetauscher-Geschäft des Konzerns verstärken wird. Das Unternehmen beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Am 10. März unterbreitete Danfoss ein Angebot zur Übernahme der verbliebenen Sauer-Danfoss Aktien zum Kurs von 13,25 USD pro Aktie.

Danfoss überarbeitete seine Konzernstruktur und führte zum 1. Januar 2010 eine neue Strategie ein. Der Konzern besteht nun aus drei Segmenten. Das Kerngeschäft wurde in einem Bereich zusammengefasst, der sich „Danfoss Climate & Energy“ nennt. Andere Geschäftsfelder, die einer Restrukturierung bedürfen, um ihre Zukunft zu sichern, sind bei „Danfoss Development“ untergekommen. Die Mobilhydraulik des börsennotierten Unternehmens Sauer-Danfoss ist das dritte Segment.

Für das laufende Geschäftsjahr 2010 erwartet Danfoss einen Umsatz zwischen 26 und 27 Mrd. DKK. Der Effekt der 2009 angestoßenen Restrukturierungsmaßnahmen dürfte sich erst 2010 voll in den Zahlen niederschlagen und den Profit erhöhen. Für das Segment Danfoss Climate & Energy wird ein EBIT zwischen 1,0 und 1,4 Mrd. DKK erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Umsätze von Sauer-Danfoss 2010 positiv gestalten. Der Konzerngewinn wird allerdings durch die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung weiterhin durch Wertberichtigungen im Umfang von 250 bis 350 Mio. DKK belastet werden. Dennoch erwartet der Konzern für 2010 einen gegenüber 2009 verbesserten EBIT von 2 bis 3 Mrd. DKK. In den Erwartungen sind die Auswirkungen von Zu- und Verkäufen von Unternehmen und Dienstleistungen nicht enthalten.

www.danfoss.com

 

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