Ziehl-Abegg

Bionik-Ventilator nun auch aus Bio-Material

Ziel-Abegg-Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl mit den neuen bionischen Bio-Ventilator.
04.10.2013 - Mit seinem neuen bionischen Bio-Ventilator realisiert Ziehl-Abegg eine signifikante CO2-Einsparung in der Herstellung, eine geringere Geräuschentwicklung, weniger Stromverbrauch im laufenden Betrieb sowie Vorteile bei Belastbarkeit, Temperaturbeständigkeit, Langzeitbeständigkeit und mechanische Eigenschaften. Mit den Ventilatoren könne Ziehl-Abegg der Umwelt jedes Jahr Tausende von Tonnen CO2 ersparen, betont Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl.

Der neue Ventilator besteht aus Bio-Polyamiden, die auf Rizinusöl basieren. Da in die Flügelgeometrie Erkenntnisse aus der Bionik eingearbeitet sind, ist der Ventilator auch leiser und effizienter – reduziert im laufenden Betrieb also Stromkosten und Geräuschemissionen. Eingesetzt wird die Neuentwicklung beispielsweise in der Kältetechnik (Kühlkette für Lebensmittel bis zum Supermarkt), in Heizungen, Wärmepumpen und zur Elektronikkühlung (Rechenzentren, Schaltschrankkühlung, Umrichterkühlung).

Zum nachhaltigen Ansatz passt, dass der Ventilator zu 100 Prozent recycelbar ist. Obwohl der CO2-Fußabdruck deutlich minimiert wird, gibt es Vorteile für Geräteplaner: Der Ventilator hat eine höhere chemische Beständigkeit, weist eine bessere Kälteschlagzähigkeit auf und ist heißwasser- sowie dampfbeständiger. Da die Geräteleistungsdaten und die Abmessungen mit herkömmlichen Ventilatoren identisch sind, gibt es keine technischen Hemmnisse. Der bionische Bio-Ventilator hat im Gegensatz zu Erdölprodukten eine sehr geringe Wasseraufnahme und eine deutlich längere Lebensdauer sowie eine verbesserte Chemikalienbeständigkeit.

Bionik bringt geringes Geräusch und niedrigen Energieverbrauch

Ziehl-Abegg hat sich bei der Ventilatorentwicklung an der Eule orientiert. Beispielsweise wiegt eine Schleiereule fast genauso viel wie eine Taube. Die Flügel sind allerdings um einiges größer und stärker gewölbt. Das bringt dem Vogel sehr viel mehr Auftrieb bei niedrigeren Geschwindigkeiten. Tauben müssen dagegen sehr stark mit den Flügeln schlagen, wodurch sie von weitem hörbar sind. Weiter gibt es Fransen am Ende der Eulenflügel. Dadurch treffen die Luftströmungen der Flügelober- und Unterseiten an der Hinterkante der Flügel sanfter – und somit leiser – aufeinander. Daher ist die Hinterkante des Ventilatorflügels gezackt.

Geier, Adler und Störche stellen einzelne Federn auf – dadurch lösen sich an jeder Federspitze kleine Randwirbel ab, was den Widerstand des Flügels reduziert. Zu sehen ist dies auch bei Flugzeugen, bei denen die Tragflächen neuerdings einen kleinen Knick (Winglet) am Ende haben – bei Ziehl-Abegg sind die Eulen-Ventilatorenflügel mit einem Knick am Rand ausgestattet.

Die Komposition mehrerer bionischer Merkmale in einem Ventilator senkt zudem den Energieverbrauch im laufenden Betrieb.

Biomaterial vermeidet CO2 bei der Herstellung

Nachwachsende Rohstoffe tragen durch Substitution fossiler Rohstoffe zur Minderung von CO2-Emissionen bei. Der Ventilatorflügel besteht zu mehr als 60% aus dem nachwachsenden Rohstoff Sebazinsäure, welcher aus dem Öl der Rizinuspflanze gewonnen wird. Die Verarbeitung des Biopolyamids ist wie bei herkömmlichen Kunststoffen auf konventionellen Maschinen und angepassten Prozessparametern möglich.

Durch den Einsatz pflanzlicher Rohstoffe, welche der Umwelt in der Wachstumsphase bereits CO2 entzogen haben, ist die CO2-Bilanz des Werkstoffes in Summe deutlich günstiger als bei Polymeren auf Basis fossiler Rohstoffe. Selbst wenn der gesamte Ventilatorflügel (inklusive Glasfaseranteil von 30 Prozent/GF 30) berücksichtigt wird, beträgt die CO2-Einsparung noch immer 40 Prozent.

Bio-Material verringert das Ventilatorgewicht

Der Bio-Ventilator ist im Vergleich zu einem Produkt aus PA6 GF30 (fossile Basis) um 6 Prozent leichter. Einmal resultiert dies aus einer 5-prozentigen Dichte-Ersparnis und zum anderen aus einer um ein Prozent niedrigeren Feuchtigkeitsaufnahme (PA 6 GF 30: Dichte 1,36 u. Feuchteaufnahme 2,1-2,3 % dagegen Bio-Material mit GF30: Dichte 1,31 u. Feuchteaufnahme 1,2 %.).

Weitere Vorteile des Biomaterials

  • höhere chemische Beständigkeit (Spannungsrissbeständigkeit unter Einfluss aggressiver Chemikalien)
  • heißwasser- u. dampfbeständiger (hohe Hydrolysebeständigkeit)
  • nimmt 50% weniger Feuchtigkeit auf
  • dimensionsstabiler
  • bessere Kälteschlagzähigkeit
  • gutes Abrieb/Verschleißverhalten (RM)

www.ziehl-abegg.de

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