Sächsische Innung der Kälte- und Klimatechnik

Neuwahlen und Kältemittelproblematik im Mittelpunkt

Der neue Innungsvorstand (v. li.): Oliver Sandner, Wilfried Otto, Ekkard Otto, Jörg Wiesner, Andreas Thuß, René Weißenborn. Nicht im Bild ist Tilo Neumann.
28.03.2018 - Die Sächsische Innung der Kälte- und Klimatechnik hatte zum 20. März traditionsgemäß gemeinsam mit dem VDKF-Landesverband Sachsen zu ihrer Frühjahrsversammlung im Lindenvorwerk bei Kohren-Sahlis eingeladen. Viele Innungsmitglieder, mehrere Altmitglieder und eine Reihe von Gästen waren der Einladung gefolgt.

Auf der Tagesordnung standen, neben dem Bericht über die Arbeit in der zurückliegenden Wahlperiode, der Finanzbericht dazu, der neue Haushaltsplan, die Neuwahl des Vorstands und die Fortsetzung der Kältemitteldiskussion aus der Herbstversammlung.

Der Rechenschaftsbericht zu den vergangenen drei Jahren konnte sich sehen lassen, ist doch die Innung mit ihren Mitgliedern sehr rege in ihrem Bemühen, gemeinsam die anstehenden Probleme zu lösen und auch den Zusammenhalt bei den Veranstaltungen zu pflegen. Schulische Weiterbildung, Nachwuchsausbildung, Bildungsreisen und gesellschaftliches Zusammensein prägen den Jahresablauf. Durch die Mitgliedschaft des Obermeisters im BIV-Vorstand gab es auch viele Aktivitäten über die Landesinnung hinaus.

Neuwahlen

Nach dieser positiven Bilanz konnte der Vorstand entlastet werden und die Wahlhandlung erfolgen. Obermeister Wilfried Otto, der Gründungsmitglied der Innung war und seit 1997 mit einer Unterbrechung 2001 bis 2004 der Innung sehr erfolgreich vorsteht, kandidierte noch einmal mit der Vorschau, dass dies letztmalig erfolgt. Für die Zukunft hat er vorgesorgt und Tilo Neumann von der Sachsen-Kälte GmbH als Nachfolge-Kandidat gewinnen können. Dieser kandidierte dieses Mal als Stellvertreter, um sich einarbeiten zu können. Das scheint eine gute Lösung zu sein und die Mitglieder konnten mit ihrer Wahl schon entscheiden, mit dem Plan einverstanden zu sein. Beide, Obermeister und Stellvertreter, wurden dann auch mit allen Stimmen der anwesenden stimmberechtigten Innungsmitglieder gewählt. Der Stellvertreter allerdings in Abwesenheit, aber mit seiner Zustimmung.

Die übrigen Vorstandsmitglieder waren die alten bis auf den Neukandidaten Andreas Thuß, Geschäftsführer des Dresdner Kühlanlagenbaus (DKA), der bei seiner Vorstellung versicherte, sich den Innungszielen verpflichtet zu fühlen und die Zusammenarbeit seines Unternehmens mit der Innung zu beflügeln.

Intensive Kältemittel-Diskussion

Die Kältemittel-Diskussion drehte sich um die EU 517/2014 mit Verboten von Hoch-GWP- Kältemitteln und dem Phase Down bis zum Jahre 2030. Dazu standen der VDKF- und ASERCOM-Präsident Wolfgang Zaremski und Michael Hendriks von der Frigotechnik GmbH als Moderatoren für einleitende Stellungnahmen und als Diskussionspartner zur Verfügung.
Ausgangspunkt waren die Sorgen der deutschen Kältebranche über die Verknappung und Verteuerung der Kältemittel, die dazu führen könne, dass bald manche Kühlaufgabe nicht mehr fortgesetzt oder erst gar nicht in Angriff genommen werden könne. Dazu lag den Anwesenden die Verbändeposition zum F-Gas Phase-Down vor, auf deren Basis Zaremski in die Diskussion einstieg. Diese Position ist gekennzeichnet durch ein „ja…aber…“ zur Handhabung der EU 517/2014. Ein Ja zu den Zielen der Verordnung, ein nachvollziehbares Aber zur aktuellen Umsetzungssituation.

Michael Hendriks hielt das Aber allerdings sehr klein. Er warb für den Blick nach vorn, für die technologische Nutzung aller gegenwärtig schon möglichen Ersatzlösungen und für den Erwerb mancherorts noch fehlender diesbezüglicher Weiternildung. Die Branche müsse die Chance nutzen, die verfügbaren Ersatzlösungen auf der Basis von Niedrig-GWP-Kältemitteln umzusetzen und keine weitere Zeit verstreichen lassen, in der auf Lösungen von außen gewartet wird. Der Kältemaschinenbauer dürfe sich gegenüber seinem Kunden nicht außer Stande sehen, Lösungen zu bieten. Er müsse Lösungen präsentieren und sich diese auch bezahlen lassen, gegebenenfalls aber auch vom Planer den entsprechenden Vorlauf abfordern. Nur so könne er die Zukunft bewältigen.

Es war am Ende klar, dass beides sein muss: Der Blick nach vorn und unterstützend die Forderung an die Politik, sich auf eine Krisensituation einzustellen und der Kältebranche bei deren Überwindung behilflich zu sein. Es bleibt jedenfalls viel nachzuholen, zu tun und vorzubereiten.

Nach Beratung des Jahresarbeitsplanes der Innung und weiterer Innungsfragen konnte die Zusammenkunft weitgehend zufriedenstellend beendet werden. (UA)

www.kaelteklimainnung-sachsen.de

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