VDMA Fachverband Allgemeine Lufttechnik

Sehr gute Auftragslage im I. Quartal 2018

Dr. Thomas Schräder, Geschäftsführer des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik im VDMA, im Gespräch mit Murat Durmus, Aisoma AG.
30.05.2018 -

Die Unternehmen im VDMA Fachverband Allgemeine Lufttechnik blicken optimistisch auf die Entwicklung im laufenden Jahr. Im Zuge der Digitalisierung gewinnt die Fachpersonalausbildung nochmals an Bedeutung.

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik im VDMA waren sich die teilnehmenden Unternehmen einig: Die Branche ist mit der momentanen Wachstumsrate sehr zufrieden. Aufgrund der hohen Nachfrage – insbesondere aus dem Ausland – rechnen die Unternehmen der Allgemeinen Lufttechnik für 2018 mit einem Umsatzplus von 5 Prozent. Neue Produkte sowie Paketlösungen sorgen für positive Impulse in den Orderbüchern. 2017 stieg der Auftragseingang in der Allgemeinen Lufttechnik um 7 Prozent, im ersten Quartal 2018 waren es 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bereits 2017 lag das Produktionswachstum der Branche bei 5 Prozent und die Allgemeine Lufttechnik, die viertgrößte Teilbranche des Maschinenbaus, konnte ein Produktionsvolumen von annähernd 15 Milliarden Euro vermelden. Die guten Aussichten werden auch durch positive Prognosen in wichtigen Kundenbranchen wie beispielsweise der Bauwirtschaft und der chemischen Industrie untermauert. Die gute konjunkturelle Situation erstreckt sich über alle Teilbranchen der Allgemeinen Lufttechnik.

Außenhandel

Der Export der Lufttechnik-Firmen wuchs 2017 um 2 Prozent auf insgesamt 10,6 Milliarden Euro, die Einfuhren nach Deutschland sanken dagegen im gleichen Zeitraum um 1 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. An dem Wachstum des weltweiten Handelsvolumens für Lufttechnik von 5 Prozent auf insgesamt 100 Milliarden Euro konnten deutsche Hersteller demnach nur teilweise partizipieren.

2017 waren die USA (plus 10 Prozent) vor China (plus 3 Prozent) das größte Abnehmerland, gefolgt von Frankreich, Tschechien, Polen und Großbritannien. Die Ausfuhren in die EU, der wichtigsten Abnehmerregion für die deutschen Unternehmen, sanken im gleichen Zeitraum um 2 Prozent und entsprachen damit rund 57 Prozent des gesamten Exportvolumens der Allgemeinen Lufttechnik. Die Lieferungen in deutsche Anrainerstaaten wie Frankreich, Belgien, die Niederlande und Österreich konnten im Jahr 2017 allerdings gesteigert werden. Rückläufig waren dagegen die Exporte nach Polen, Tschechien, Italien und Ungarn. Die deutschen Ausfuhren nach Russland kletterten 2017, nach Jahren des Rückgangs, erstmals wieder um 19 Prozent. Deutliche Einschnitte gab es bei den Ausfuhren in die Türkei mit einem Rückgang von 8 Prozent. In Lateinamerika rückt derzeit Mexiko in den Fokus der Branche, da hier mit einer wachsenden Bedeutung des Inlandsmarktes gerechnet wird.

Zusätzlicher Beleg für die große Bedeutung internationaler Zielmärkte ist, neben den Exportzahlen, die wachsende Zahl von Produktionsstätten im Ausland. In einer Umfrage des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik gaben mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen an, Auslandsproduktionsstandorte zu betreiben.

Umsätze könnten noch höher sein

Unverändert gute Absatzchancen bieten den Unternehmen energieeffiziente Lösungen für Produkte und Anlagen. Treiber hierfür sind sowohl gesetzliche Regelungen zum Klimaschutz als auch das steigende Interesse von Kunden an der Verringerung von Betriebs- und damit Lebenszykluskosten von Investitionsgütern. Gebremst werden die Aktivitäten der Branche durch vermehrte internationale Handelshemmnisse, Lieferengpässe bei Zulieferern sowie steigende Material- und Personalkosten.

Darüber hinaus beklagt die Branche einen Fachkräftemangel. Hier besteht dringend Handlungsbedarf. Udo Jung, Geschäftsführer der TROX GmbH und stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik im VDMA, resümiert: „Die diesjährige Mitgliederversammlung hat uns gezeigt, wie viel Potenziale gerade in jungen Start-up-Unternehmen steckt. Sie hat aber auch ein gemeinsames drückendes Problem deutlich gemacht. In allen Unternehmen fehlt es für Digitalisierungsthemen an Fachpersonal und das sowohl in den Bereichen IT wie auch in der Produktion und beeinträchtigt so unser aller Wachstum. Hier sind allerdings nicht alleine die Unternehmen gefragt, sondern Politik und Gewerkschaften müssen vorgegebene Rahmenbedingungen überdenken, um die Arbeitswelt in dieser Hinsicht flexibler, aber auch bezahlbar zu gestalten.“

Die Allgemeine Lufttechnik umfasst die Teilbranchen Klima- und Lüftungstechnik (mit Prozesslufttechnik und Gebäudelufttechnik), Kälte- und Wärmepumpentechnik, Luftreinhaltung, Oberflächentechnik und Trocknung. (RM)

www.vdma.org

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