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ebm-papst hat eine neue Matrixproduktion eingeführt, die eine flexible Fertigung ohne starre Fließbandstruktur ermöglicht. Fahrerlose Transportsysteme und digitale Verwaltungsschalen koordinieren die Abläufe. Gleichzeitig gewinnt der digitale Produktpass als Konzept für die Industrie zunehmend an Bedeutung.
Beim Netzwerktreffen der Next Level Mittelstand-Community (NLM) in Mulfingen hat der Hersteller seine neue Matrixproduktion vorgestellt. Statt einer festen Fließbandabfolge werden die Produkte über fahrerlose Transportsysteme zu jeweils freien Prozessmodulen gebracht. Ein zentraler „Flottenmanager“ koordiniert die Bewegungen, um die Abläufe auf der Produktionsfläche geordnet zu halten. Alexander Lindt, Meister in der Endmontage für Ventilatoren, erklärte, dass die neue Struktur zunächst chaotisch wirken könne, tatsächlich aber auf einem klaren digitalen Konzept basiere.
Eine Schlüsselrolle spielt dabei die sogenannte Verwaltungsschale (Asset Administration Shell, AAS), die jedem Produkt eine eigene digitale Akte zuweist. Diese begleitet es durch die gesamte Produktion und ermöglicht, dass Software-Agenten die nächsten Arbeitsschritte individuell zwischen Produkt, Anlage und Transport verhandeln. Dr. Daniel Boese, Executive Vice President bei ebm-papst, bezeichnete die Verwaltungsschale als einen wichtigen Standard der deutschen Industrie, der weltweit genutzt werden könne.
Digitaler Produktpass: Anforderungen und Potenziale
Neben der Matrixproduktion stand der digitale Produktpass (DPP) im Mittelpunkt des Treffens. Ab 2027 wird die EU schrittweise für verschiedene Produkte wie Batterien, Stahl und Aluminium einen DPP vorschreiben. Ziel ist es, die Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit von Produkten zu fördern.
Der DPP stellt die Industrie vor neue Anforderungen, bietet jedoch auch Chancen: Hersteller, die Produktdaten von Beginn an systematisch erfassen, können diese nicht nur für den Nachweis entlang der Lieferkette, sondern auch für Wartung, Ersatzteile und neue Geschäftsmodelle nutzen. Ein Beispiel für die schnelle Umsetzung zeigte das Unternehmen Fibro Rundtische, das in Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn und weiteren Partnern innerhalb von anderthalb Wochen einen Prototyp des DPP entwickelte, der per QR-Code abrufbar ist.
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Kollaboration als Schlüssel
Das Treffen der NLM-Mitglieder unterstrich die Bedeutung gemeinsamer Ansätze für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Die Community zählt inzwischen 52 Mitglieder, darunter die TUM Campus Heilbronn, und plant bis Jahresende einen Ausbau auf 70 Unternehmen. Henrik A. Schunk, Geschäftsführer der Next Level Mittelstand GmbH, betonte, dass der Austausch zwischen Anwenderunternehmen zentral sei, um den Standort Deutschland zu stärken. „Wir sind alle in Silos groß geworden, Kollaboration hat jetzt Priorität eins“, so Schunk.
Die nächste Members Assembly ist für Januar 2027 vorgesehen. Bis dahin sollen weitere Workshops und Projekte, wie die Einführung der Matrixproduktion, die Zusammenarbeit innerhalb der Community weiter fördern. ■
Quelle: ebm-papst / fl