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Norddeutsche Kälte-Fachschule Springe

NKF-Tage 2026: Regulierung, Digitalisierung und neue Technologien

NKF Springe

Zum Einstieg begrüßte Schulleiter Jürgen Heile die Teilnehmer und griff direkt ein Thema auf, das viele Betriebe derzeit intensiv beschäftigt: die neue Chemikalien-Klimaschutzverordnung im Zusammenhang mit der Durchführungsverordnung EU 2024/2215. Das Interesse war groß, weil die neuen Vorgaben erhebliche praktische Folgen für Unternehmen, Fachkräfte und Bildungseinrichtungen haben.

Besonders relevant ist die Übergangsregelung für bestehende Zertifikate. Diese bleiben zunächst gültig, allerdings wird ab dem 12. Februar 2027 eine Auffrischung verpflichtend. Spätestens bis zum 12. März 2029 müssen bestehende Zertifikate aktualisiert werden; danach ist eine regelmäßige Auffrischung im Sieben-Jahres-Rhythmus vorgesehen. In der Diskussion wurde deutlich, dass sich Betriebe frühzeitig mit dem Thema befassen sollten, um gegen Ende der Fristen nicht in Engpässe bei Kursplätzen zu geraten.

Ein weiterer Schwerpunkt waren die neuen Kategorien nach Umweltrecht. Vorgestellt wurden die Bereiche A1 und A2 für Tätigkeiten mit fluorierten Treibhausgasen, B für CO₂, C für NH₃, D für bestimmte Tätigkeiten im kleineren Bereich sowie E für Dichtheitsprüfungen. Dabei wurde auch deutlich, dass die Systematik künftig stärker an den tatsächlichen Tätigkeiten und den eingesetzten Stoffen ausgerichtet ist.

Diskutiert wurde außerdem, dass einige Regelungen aus Sicht vieler Beteiligter noch nicht abschließend geklärt erscheinen. So wurde die Frage aufgeworfen, wer künftig Auffrischungsschulungen anbieten darf. Aus dem Kreis der Schulen und der Innung wurde die Sorge formuliert, dass auch Anbieter außerhalb klassischer Bildungseinrichtungen mit unterschiedlichen Standards am Markt auftreten könnten. 

Darüber hinaus ging es um praktische Folgen der Verordnung: etwa um den spezifischen Kältemittelverlust, um den Zugang zu lösbaren Verbindungen bei Anlagen sowie um die Rücknahme fluorierter Gase durch Hersteller und Vertreiber. Auch Fragen der Rückverfolgbarkeit rückgewonnener Kältemittel wurden angesprochen. Hier wurde empfohlen, Kältemittel möglichst nicht aus mehreren Anlagen in einer Recyclingflasche zusammenzufassen, um die Dokumentation sauber zu halten.

Jürgen Heile eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die neue Chemikalien-Klimaschutzverordnung und die künftigen Anforderungen an Zertifikate und Auffrischungskurse.

KK

Jürgen Heile eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die neue Chemikalien-Klimaschutzverordnung und die künftigen Anforderungen an Zertifikate und Auffrischungskurse.

IT-Sicherheit und KI: Handwerksbetriebe müssen digital widerstandsfähiger werden

Im zweiten Vortrag des ersten Tages widmeten sich Jan-Ulrich Holtgrave und Walter Pirk von aiDAISEC den Themen IT, Cybersecurity und Künstliche Intelligenz im Handwerk. Zunächst stellten sie die Angebote des European Digital Innovation Hub vor. Dazu zählen Unterstützung bei Digitalisierungsvorhaben, Finanzierungsberatung, Weiterbildungsangebote und die Vernetzung mit Unternehmen. Anhand konkreter Beispiele aus Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben wurde gezeigt, wie diese Angebote bereits genutzt werden.

Im Zentrum stand anschließend die Frage, welche Cyberrisiken für kleine und mittlere Betriebe heute besonders relevant sind. Die Referenten arbeiteten fünf Themenfelder heraus: Authentifizierung, Social Engineering, Ransomware, KI im Handwerk und Shadow IT. Gerade diese Mischung machte den Vortrag für das Publikum praxisnah, weil sie technische, organisatorische und menschliche Faktoren zusammenführte.

Bei der Authentifizierung warben die Referenten klar für den Einsatz moderner Verfahren wie Passkeys auf Basis von FIDO2. Diese gelten gegenüber klassischen Passwörtern als deutlich robuster, etwa gegen Phishing, Brute-Force-Angriffe oder die Wiederverwendung kompromittierter Zugangsdaten. Zugleich wurde aber darauf hingewiesen, dass viele branchenspezifische Softwarelösungen diese Verfahren bislang noch nicht unterstützen. Deshalb seien Übergangslösungen, etwa über Passwortmanager, in vielen Betrieben noch notwendig.

Breiten Raum nahm das Thema Social Engineering ein. Die Referenten machten deutlich, dass Angreifer heute oft weniger die Technik als vielmehr Menschen und Prozesse attackieren. Genannt wurden Phishing-Mails, CEO-Fraud, das Erfragen interner Informationen und gefälschte Rechnungen mit manipulierten Kontodaten. Technische Schutzmaßnahmen allein reichten hier nicht aus. Entscheidend seien auch klare Prozesse, das Vier-Augen-Prinzip, eine offene Fehlerkultur und sensibilisierte Mitarbeitende, die verdächtige Vorgänge frühzeitig melden.

Auch Ransomware wurde als akute Gefahr beschrieben. Die Angriffe seien heute häufig automatisiert und träfen keineswegs nur große Unternehmen. Entscheidend sei daher ein solides Sicherheitsniveau im Alltag: Unternehmen müssten wissen, welche Software und Geräte sie im Einsatz haben, Updates konsequent einspielen und nicht patchbare Systeme isolieren. Gerade im Handwerk gebe es oft noch die gegensätzlichen Haltungen „Uns trifft das nicht“ oder „Jetzt muss sofort alles abgesichert werden“. Sinnvoll sei ein pragmatischer Mittelweg mit Fokus auf die realen Angriffsmuster.

Schließlich ging es um die Chancen von KI im Handwerk, etwa für Angebote, E-Mails, Dokumentation, Recherche oder Visualisierung. Gleichzeitig warnten die Referenten vor unkontrollierter Shadow IT, wenn Mitarbeitende aus Effizienzgründen eigenständig nicht freigegebene Tools und Cloud-Dienste nutzen. Hier brauche es klare Regeln und praktikable offizielle Lösungen.

Cybersecurity wird auch im Handwerk zum Schlüsselthema: Jan-Ulrich Holtgrave und Walter Pirk von DAISEC erläuterten, wie sich Betriebe gegen Phishing, Social Engineering und Ransomware besser wappnen können.

KK

Cybersecurity wird auch im Handwerk zum Schlüsselthema: Jan-Ulrich Holtgrave und Walter Pirk von DAISEC erläuterten, wie sich Betriebe gegen Phishing, Social Engineering und Ransomware besser wappnen können.

Gefahrstoffe live: eindrucksvolle Beispiele für Risiken im Arbeitsalltag

Nach der Mittagspause folgte mit dem Experimentalvortrag „Gefahrstoffe live“ von Diplom-Biologe Tobias Authmann, Denios SE, ein besonders anschaulicher Programmpunkt. Der Vortrag verband rechtliche Grundlagen, naturwissenschaftliche Zusammenhänge und praktische Sicherheitsfragen im betrieblichen Alltag.

Authmann erinnerte zunächst an die Pflichten von Beschäftigten nach Arbeitsschutzrecht: Mitarbeiter müssen nicht nur auf ihre eigene Sicherheit achten, sondern auch auf die Sicherheit anderer und auf erkannte Gefahren hinweisen. Von dort aus spannte er den Bogen zu typischen Gefährdungen im Alltag: Von Stolper- und Quetschgefahren über elektrische Risiken und unkontrollierte Anläufe von Anlagen bis hin zu unsichtbaren Gefahren wie Ex-Zonen, Strahlung oder biologischen Belastungen.

Im Bereich der Gefahrstoffe erläuterte er die unterschiedlichen Gefahrenklassen, etwa entzündbar, brandfördernd, ätzend, akut toxisch, gesundheits- oder umweltgefährdend. Besonders eindrücklich war, wie er grundlegende Begriffe wie Brennpunkt, Flammpunkt und Zündtemperatur voneinander abgrenzte. Dabei wurde klar, dass schon scheinbar kleine Nachlässigkeiten – etwa unzureichend verschlossene Gebinde oder getränkte Reinigungstücher – erhebliche Risiken erzeugen können, weil Dämpfe freigesetzt oder Zündbedingungen begünstigt werden.

Weitere Schwerpunkte waren die Erstickungsgefahren durch Gase, physikalische Risiken an Druckbehältern, die Kältewirkung bei entspannenden verflüssigten Gasen sowie die Gefahr elektrostatischer Aufladung bei strömenden Fluiden. Auch Staub als Gefahrstoff wurde thematisiert: Je feiner die Partikel, desto größer kann durch die Oberflächenvergrößerung das Explosionspotenzial werden.

Einprägsam war auch der Appell, Sicherheit nicht nur technisch, sondern organisatorisch zu denken. Kommunikation, Kennzeichnung, geübte Verhaltensroutinen und Ordnung im Arbeitsumfeld seien zentrale Voraussetzungen. Das Leitmotiv „SOS – Sauberkeit und Ordnung schaffen Sicherheit“ zog sich entsprechend durch den gesamten Vortrag.

t anschaulichen Experimenten vermittelte Tobias Authmann von Denios SE, welche Gefahren von Dämpfen, Druckbehältern, Staub und elektrostatischer Aufladung im Arbeitsalltag ausgehen können.

KK

t anschaulichen Experimenten vermittelte Tobias Authmann von Denios SE, welche Gefahren von Dämpfen, Druckbehältern, Staub und elektrostatischer Aufladung im Arbeitsalltag ausgehen können.

CO₂-Anwendungen: Chancen für Handel und Industrie

Mit dem Vortrag „CO₂ in Kälte- und Wärmetechnik: Effizienzpotenziale für Handel und Industrie“ richtete Daniel Silsbee von Advansor den Blick wieder stärker auf die Anwendungstechnik. Im Mittelpunkt stand CO₂ als natürlicher Kältemittelpfad für gewerbliche und industrielle Anwendungen.

Dabei wurde auch bei diesem Thema praktisch diskutiert: Jürgen Heile verwies auf Chancen im Bereich der Bio-Wärmeerzeuger, wo nach rund 15 Jahren bei vielen Anlagen Förderzeiträume auslaufen und Betreiber neue technische Lösungen prüfen müssen. Vor diesem Hintergrund wurde CO₂ als Technologie mit Potenzial für die Verbindung von Kälte- und Wärmeanwendungen betrachtet.

Effizienz und systemische Nutzung von Wärme treffen also auf zunehmendes Interesse. Gerade für Handel und Industrie bleibt die Frage relevant, wie sich Kälteanlagen künftig nicht nur unter regulatorischen, sondern auch unter energetischen Gesichtspunkten optimal auslegen lassen.

Den Abschluss des ersten Tages bildeten Daniel Silsbee (Advansor) mit Effizienzpotenzialen von CO2 in der Kälte- und Wärmetechnik

KK

Den Abschluss des ersten Tages bildeten Daniel Silsbee (Advansor) mit Effizienzpotenzialen von CO2 in der Kälte- und Wärmetechnik

Bauverzug, Behinderungsanzeige und Nachträge: ein Vortrag mit hohem Praxisnutzen

Einen sehr betriebswirtschaftlichen und juristischen Schwerpunkt setzte Roger Daniel von der HHBB Haustechnische Bauberatung GbR Berlin mit seinem Vortrag zu Kosten aus verlängerter Ausführungszeit. Für viele Betriebe dürfte dieser Programmpunkt besonders wertvoll gewesen sein, weil er direkt an typische Konflikte aus dem Projektalltag anknüpfte.

Im Zentrum stand die Frage, welche Folgen Bauverzug für Auftragnehmer hat und wie Unternehmen ihre Ansprüche sauber dokumentieren können. Daniel machte deutlich, dass eine Behinderung auf der Baustelle nicht automatisch zu einer Erstattung sämtlicher Folgekosten führt. Wird der Fertigstellungstermin verschoben, lassen sich daraus nicht ohne Weiteres alle zusätzlichen Aufwendungen ableiten. Verweis auf die Rechtsprechung machte klar, wie wichtig eine präzise und rechtzeitige Kommunikation ist.

Praktisch relevant war insbesondere der Hinweis auf Stillstandskosten. Diese können geltend gemacht werden, müssen dann aber nachvollziehbar dokumentiert sein – etwa über einen „negativen Stundenzettel“. Gleichzeitig wurde realistisch angesprochen, dass Auftraggeber solche Mehrkosten häufig nicht ohne Weiteres akzeptieren. Umso wichtiger sei es, die eigene Position frühzeitig schriftlich abzusichern.

Daniel erläuterte außerdem, welche Möglichkeiten Auftragnehmer haben, wenn Personal wegen Verzögerungen nicht mehr im ursprünglich vorgesehenen Umfang verfügbar ist. Wesentlich ist dabei, dass der Auftraggeber über die Situation informiert wird. Ebenso wurde angesprochen, dass bei Verzögerungen durch höhere Gewalt nicht jede Weiterarbeit eingestellt werden kann; vielmehr sei im Rahmen des Zumutbaren mit verfügbarem Personal weiterzuarbeiten.

Magnetokalorik als Zukunftsoption: Kühlen mit Magnetismus

Der zweite Veranstaltungstag eröffnete mit einem technologischen Highlight. Dimitri Benke von Magnotherm Solutions stellte in seinem Vortrag „Magnetismus und Kältetechnik: Innovation im Kühlschrankeinsatz“ die magnetokalorische Kühlung vor. Ziel des Unternehmens ist es unter anderem, technologische Alternativen im Zuge des F-Gase-Phase-Outs zu entwickeln.

Benke verglich zunächst den bekannten Kältekompressionsprozess mit dem magnetokalorischen Zyklus. Statt des klassischen log p,h-Diagramms rückte dabei das H,h-Diagramm in den Fokus. Der Vortrag machte deutlich, dass es sich keineswegs um ein völlig neues Phänomen handelt: Der magnetokalorische Effekt wurde bereits 1917 entdeckt, in den 1920er- und 1930er-Jahren weiter beschrieben und später in verschiedenen Entwicklungsstufen technisch vorangetrieben – von frühen Prototypen bis zur Entwicklung des aktiven magnetischen Regenerators.

Anschaulich wurde der aktuelle Entwicklungsstand anhand konkreter Produkte. Mit dem Getränkekühler „Polaris“ wurde zunächst ein Technologiebotschafter entwickelt. Das System „Eclipse“ dient als weiterer Schritt in Richtung höherer Leistung und besserer Skalierbarkeit von Zulieferteilen. Vor allem die Magnetfeldstärke sei dabei eine entscheidende Größe für die weitere Leistungsentwicklung.

Technisch interessant war auch die Beschreibung des eingesetzten Materials LaFeSi in einer Mikrokanalstruktur, damit Wärme mit einem Fluid ausgetauscht werden kann. Gleichzeitig wurde offen benannt, wo die Herausforderungen liegen: Die Geräte sind derzeit noch etwa um den Faktor zehn teurer als vergleichbare konventionelle Kältetechnik, weil die Fertigung weitgehend in Handarbeit erfolgt. Entsprechend sucht das Unternehmen nach Partnern, um die Herstellung zu industrialisieren.

Auch Materialfragen wurden angesprochen. Lantan gilt zwar als seltene Erde, fällt aber zusammen mit Neodym an und ist derzeit als Nebenprodukt verfügbar. Das Material verfüge über ein Anwendungsfenster von rund 20 Kelvin, das sich über Legierungsanpassungen verschieben lasse; größere Temperaturdifferenzen könnten dabei kaskadiert werden.

Die Diskussion im Anschluss fiel gemischt aus. Während einige Teilnehmer großes Interesse an der neuen Technologie zeigten, begegneten andere ihr eher mit Zurückhaltung. Verständlich, denn die Branche sucht einerseits nach Alternativen, muss andererseits aber hohe Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit stellen.

Zukunftstechnologie im Fokus: Dimitri Benke von Magnotherm Solutions stellte die magnetokalorische Kühlung als möglichen Ansatz für F-Gase-freie Anwendungen vor.

KK

Zukunftstechnologie im Fokus: Dimitri Benke von Magnotherm Solutions stellte die magnetokalorische Kühlung als möglichen Ansatz für F-Gase-freie Anwendungen vor.

Führung in unsicheren Zeiten: Orientierung geben statt nur verwalten

Mit einem anderen, aber nicht minder wichtigen Thema befasste sich Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt von der PFH Private Hochschule Göttingen. Unter dem Titel „Navigieren durch den Sturm: Erfolgreiche Führung in turbulenten Zeiten“ rückte sie die Führungsaufgabe in Zeiten von Unsicherheit, Digitalisierung und Veränderungsdruck in den Mittelpunkt.

Ein Ausgangspunkt ihres Vortrags war die Beobachtung, dass tiefgreifende Veränderungen in Unternehmen häufig in Projekten organisiert werden, mit festem Startpunkt, ambitionierten Zielen und erheblichen Auswirkungen auf die Belegschaft. Gerade Digitalisierungsprozesse oder umfassende Neuausrichtungen könnten Unsicherheit und Ängste auslösen – vor allem dann, wenn veraltete Praktiken ersetzt und etablierte Routinen infrage gestellt werden.

Mörstedt beschrieb die aktuelle Lage mit Begriffen wie Volatilität und Unsicherheit und sprach von einem „Arbeiten auf Sicht“, das viele Führungskräfte inzwischen prägt. Zu den zentralen Führungsherausforderungen zählte sie strategische Lähmung durch operative Überlastung, Sinnkrisen, Orientierungslosigkeit, ein verändertes Führungsverständnis und Führung auf Distanz.

Dem stellte sie ein Set an „Leadership-Fähigkeiten 2025“ gegenüber. Dazu gehören empathische Führung, psychologische Sicherheit und Vertrauen ebenso wie technologisches Verständnis und die Bereitschaft, KI nicht nur als Risiko, sondern als strategische Chance zu begreifen. Nachhaltigkeit verstand sie nicht allein als Pflichterfüllung, sondern als möglichen Wettbewerbsvorteil. Bei Arbeitsorganisation und Arbeitszeitmodellen plädierte sie dafür, New Work und Old Work nicht gegeneinander auszuspielen, sondern zu „Good Work“ zusammenzuführen.

Ein weiterer Kernpunkt war die Rolle der Führungskraft als „Change Agent“. Wandel müsse nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet werden. Dazu gehören Coaching, kontinuierliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen ebenso wie die Bereitschaft, Hierarchien und Zusammenarbeit neu zu denken. Ein Satz blieb dabei besonders hängen: „Die Stimmung ist meist schlechter als die Lage.“

Führung im Wandel: Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt zeigte, warum Empathie, technologische Kompetenz und die Fähigkeit zur aktiven Gestaltung von Veränderung für Führungskräfte immer wichtiger werden.

KK

Führung im Wandel: Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt zeigte, warum Empathie, technologische Kompetenz und die Fähigkeit zur aktiven Gestaltung von Veränderung für Führungskräfte immer wichtiger werden.

Cool-Fit: Systemlösung für einfache und effiziente Kühlung

Den fachlichen Abschluss bildete der Vortrag „Cool-Fit von Georg Fischer – Effiziente Kühlung: Einfach. Effizient. Nachhaltig.“ von Timo Gülck und Sven Lükemeier. Vorgestellt wurden das System selbst, das zugehörige Teileportfolio und das Werkzeugsystem. Ergänzt wurde dies durch Anwendungsfälle aus der Praxis.

Im Mittelpunkt stand die Idee einer möglichst einfach umsetzbaren, zugleich effizienten und nachhaltigen Lösung für Kaltwasserrohrsysteme. Dabei ging es nicht nur um einzelne Komponenten, sondern um ein abgestimmtes Gesamtsystem. Solche Systemansätze gewinnen gerade in der Praxis an Bedeutung, weil sie Planung, Montage und Betrieb enger zusammendenken.

Gleichzeitig wurden auch Grenzen benannt. Insbesondere Limitationen im Kleinstbau wurden angesprochen. Damit blieb der Vortrag nicht bei einer reinen Produktpräsentation stehen, sondern machte auch deutlich, in welchen Bereichen ein System sinnvoll einsetzbar ist und wo genauer hingeschaut werden muss.

Praxisnaher Einblick in Systemlösungen: Timo Gülck und Sven Lükemeier präsentierten mit Cool-Fit von Georg Fischer ein Konzept für einfache, effiziente und nachhaltige Kühlung.

KK

Praxisnaher Einblick in Systemlösungen: Timo Gülck und Sven Lükemeier präsentierten mit Cool-Fit von Georg Fischer ein Konzept für einfache, effiziente und nachhaltige Kühlung.

Breites Themenspektrum mit klarer Botschaft

Insgesamt machten die NKF-Tage 2026 deutlich, dass die Branche vor mehreren gleichzeitigen Transformationsprozessen steht. Regulatorische Änderungen, neue Kältemittel- und Technologiekonzepte, steigende Anforderungen an IT-Sicherheit und Arbeitsschutz sowie veränderte Erwartungen an Führung und Organisation greifen zunehmend ineinander.

Gerade darin lag die Stärke der Veranstaltung: Sie verband technische, rechtliche und unternehmerische Fragen und zeigte, dass zukunftsfähige Betriebe all diese Ebenen gemeinsam im Blick behalten müssen.

(OB)