Trifft die Erde im Weltall auf einen anderen Planeten, sagt dieser zur Erde: „Du siehst aber gar nicht gut aus. Was hast Du denn?“ Worauf die Erde antwortet: „Ich habe Mensch“. Darauf der andere Planet: „Mach Dir nichts draus. Hatte ich auch schon. Das geht vorüber.“
Schaut man sich die Entwicklung der globalen Temperaturen der vergangenen Jahrzehnte an, liegt die Vermutung nahe, dass unsere Erde Fieber hat, beziehungsweise dabei ist dieses zu entwickeln. Da die Erde unbedeutend größer ist als ein Mensch, dauert die Phase der Erwärmung natürlich entsprechend länger. Anstelle von Stunden bei uns Mensen sind es bei der Erde dann eher Jahrzehnte bis die virusabwehrende Temperatur von über 39 °C erreicht ist.
Bei einer Infektion sendet unser Immunsystem Botenstoffe an das Wärmeregulationszentrum im Gehirn. Dieses setzt den „Sollwert“ der Körpertemperatur nach oben. Der Körper produziert mehr Wärme, um die Temperatur zu erreichen. Dies wird häufig durch Muskelzittern, dem sogenannten Schüttelfrost erzielt. Hat der Körper den Erreger besiegt, sinkt der Sollwert wieder. Der Körper gibt die überschüssige Hitze ab – man beginnt stark zu schwitzen. Der Rat der Mediziner lautet: Suchen Sie umgehend ärztlichen Rat auf, wenn das Fieber über 39,5 °C steigt, länger als drei Tage anhält oder andere Begleitsymptome hinzukommen.
Die globale Mitteltemperatur der Erde ist zwar noch weit von 39,5 °C entfernt, allerdings hat der vergangene Sommer gezeigt, dass es regional durchaus 40 °C und mehr heiß werden kann. Und dies an Orten, wo man bisher im Sommer Temperaturen um die 30 °C gewohnt war und Gebäude, Kälte- und Klimaanlagen entsprechend diesen langjährigen Erfahrungswerten ausgelegt hat. Auch tauchen die Perioden großer Hitze immer früher im Jahr auf. So hatten wir in diesem Jahr in Karlsruhe bereits im Juni Außenlufttemperaturen um die 40 °C. Auch nachts fiel die Temperatur in dieser Hitzeperiode nicht nennenswert unter 30 °C ab, mit entsprechend aufgeheizten Gebäuden. Ohne Klimaanlage kann man dann weder arbeiten noch schlafen. Dies gilt auch für alle öffentlichen Gebäude in dem Bundesland, in welchem die Hochschule Karlsruhe liegt. Kühlende Klimaanlagen dürfen in öffentlichen Gebäuden in Baden-Württemberg nicht installiert werden. Die Beamten können also dann in ihren Büros weder arbeiten noch schlafen, wobei der Büroschlaf bei den meisten Beamten heute eh nicht mehr vorkommt.
Es wird in Zukunft in vielen Regionen der Welt, in welchen man bisher ohne Klimaanlage auskommen konnte, nicht mehr ohne entsprechende Kühleinrichtungen gehen. Die Empfehlung feuchte Wäsche im zu kühlenden Zimmer aufzuhängen, hilft auch nicht immer. Zum einen haben die wenigsten Haushalte so viel schmutzige Wäsche zu waschen – von manchen Politikerhaushalten vielleicht einmal abgesehen und außerdem funktioniert adiabate Kühlung auch nur bei entsprechend trockener Luft. Der aktuelle Sommer hat gezeigt, dass neben erhöhten Temperaturen auch häufig erhöhte Luftfeuchtigkeit auftritt. Ganz analog zum Schwitzen beim Fieber bei uns Menschen. Nur dass die Temperaturerhöhung im Fall der Erde nach allgemeiner wissenschaftlicher Erkenntnis durch die Treibhausgase in der Atmosphäre kommt und nicht durch Schüttelfrost (Erdbeben) und andere Wärme erzeugende Prozesse im Erdinneren.