Für ein neues Bürogebäude in Innsbruck wurde die 75 kW-Geothermie-Wärmepumpe CoolshiftDual M von Teko installiert.
Der Umstieg von einer Ölheizung auf beispielsweise eine CO₂-Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist mittlerweile gelebte Praxis. Ein Projekt in Innsbruck zeigt, dass natürliche Kältemittel in der Gebäudewärmeversorgung nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich konkurrenzfähig sind.
Steigende Energiepreise, strengere Emissionsvorgaben und zunehmender Druck durch die F-Gas-Regulierung zwingen Betreiber zum Umdenken. In dem hier betrachteten Büro- und Logistikgebäude sollte die bestehende Ölheizung vollständig ersetzt werden; gefordert war stattdessen eine regenerative und rechtssichere Lösung mit hoher Betriebssicherheit.
Die Wahl fiel auf eine CO₂-Wasser-Wasser-Wärmepumpe Coolshift M von Teko, die gemeinsam mit Frigopol (Österreich) und Vitalis (Kanada) entwickelt wurde.
Systemaufbau und Wärmeverteilung
Die Anlage nutzt Grundwasser als Energiequelle, gespeist über zwei Brunnenbohrungen auf dem Grundstück. Die erzeugte Wärme wird über zwei Systeme verteilt:
Fußbodenheizung in Büro-, Eingangs- und Sanitärbereichen
Betonkernaktivierung für die temperierte Lagerhalle
Die Regelung stammt von Wurm Systeme und ist eine effiziente, ausfallsichere und per Fernzugriff überwachbare Steuerungslösung.
Ejektorlift steigert Effizienz
Ein technisches Kernelement der Wärmepumpe ist der Ejektorlift, der die beim Expansionsprozess freigesetzte Energie nutzt, um flüssiges Kältemittel aktiv in den Verdampfer zurückzuführen. In Verbindung mit einer teilüberfluteten Verdampfung steigt der Wirkungsgrad der Anlage so um 8 bis 15 Prozent.
Die Wärmepumpe erreicht einen COP-Wert von 4,7 und eine thermische Leistung von 77 kW. Sie nutzt die Energiequelle Grundwasser mit einer Temperatur von 8 °C und erzeugt daraus eine Vorlauftemperatur für den Heizkreis von 42 °C. Die Wärmepumpe deckt den gesamten Wärmebedarf des Gebäudes und macht die Ölheizung somit überflüssig.
Der Ejektorlift führt flüssiges Kältemittel aktiv in den Verdampfer zurück.
Energieversorgung und Nachhaltigkeit
Die Wärmepumpe wird großteils mit Strom aus einer Photovoltaikanlage betrieben, was die CO₂-Bilanz des Gebäudes verbessert.
Vorteil des eingesetzten Kältemittels CO₂ (R744) ist ein GWP-Wert von 1, was eine faktische Klimaneutralität bedeutet. Zudem ist das Kältemittel nicht brennbar und nicht toxisch, was der Betriebssicherheit zugute kommt. Es unterliegt keinerlei F-Gas-Einschränkungen und bewirkt somit eine langfristige Investitionssicherheit.
Wirtschaftlichkeit und Betrieb
Für die Entscheidung des Betreibers zugunsten der CO2-Wärmepumpe entscheidend waren:
Betriebskostenreduktion durch hohen COP und Eigenstromnutzung;
Wartungsarmer Betrieb dank robuster Technik und digitaler Steuerung;
Regulatorische Sicherheit und Zukunftsfähigkeit des Kältemittels
Übertragbarkeit des Konzepts auf weitere Anwendungen.
Fazit
Die Wärmepumpenserie Coolshift deckt mit verschiedenen Varianten Heizleistung bis 2,0 MW und Kälteleistungen bis 1,5 MW ab. Zu den möglichen Einsatzbereichen zählen neben der Gebäudebeheizung und -kühlung auch dieProzesswärmeerzeugung in der Industrie (z. B. Lebensmittel, Brauereien), Rechenzentren, Nah- und Fernwärmenetze.
Das Innsbrucker Projekt zeigt, dass CO₂-Wärmepumpen eine technisch ausgereifte und wirtschaftlich tragfähige Lösung für Gebäude mittlerer Größe darstellen. In Kombination mit erneuerbaren Energien sind sie eine Alternative zu fossilen Heizsystemen – mit Vorteilen bei Effizienz, Klimaschutz und Rechtssicherheit.
CO₂-Kaltwassersätze und Wärmepumpen Coolshift sind eine umweltfreundliche und effiziente Lösung zum Heizen und Kühlen.
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