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Gebäudeautomation im Klimahaus Bremerhaven

Wetterextreme nachhaltig inszeniert

Im Klimahaus Bremerhaven erleben Besucher auf 1485 m² Fläche die zunehmende Kraft und Häufigkeit von Extremwetterereignissen – akustisch, visuell und haptisch. Kernstück der Ausstellung ist eine bewegliche 360°-Hubplattform, die ihre Gäste auf eine zwölfminütige Reise über drei Etagen durch eine inszenierte Wetterwelt mit Sound, Licht, Nebel und Wind führt. Auf diese Weise schafft die realitätsnahe Gestaltung eine emotionale Verbindung zum Thema und macht komplexe Klimazusammenhänge greifbar.

Fachlich begleitet vom Deutschen Wetterdienst und von Klimaexperten, stützt sich die Ausstellung auf ein wissenschaftlich abgesichertes Fundament und zeigt, wie Ausstellungstechnik und konzeptionelles Erlebnislernen ineinandergreifen, um Klimabildung nachhaltig zu verankern

Richtung Netto-Null-Ziel: Das Klimahaus geht voran: Klimaschonendes Energiekonzept

Das Klimahaus Bremerhaven setzt ein klimaschonendes Energiekonzept um. Bausteine dafür sind Betonkernaktivierung, Photovoltaik, Abwärmenutzung, Heiz- und Kühlkonvektoren ebenso wie Automationslösungen, die alle Bausteine präzise und energieeffizient steuern.

Die intelligente Steuerung von Energieflüssen in Gebäuden, die den Ressourcenverbrauch reguliert und Emissionen reduziert, zählt zu den Schlüsselstrategien einer nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung. Für die Konzeption und Realisierung der Automation von HKL- und Brandschutz-Systemen greift das Klimahaus auf Lösungen von Kieback & Peter zurück. Das Unternehmen hat bereits die Bestandsautomation im Gebäude realisiert.

Präzise gesteuerte Raumklimata

Die realitätsnahe Inszenierung extremer Wetterphänomene, wie sie in der neuen Ausstellung umgesetzt wird, stellt hohe Anforderungen an die technische Infrastruktur des Klimahauses. Um diese Erlebniswelt zu erschaffen, sind präzise steuerbare Raumklimata erforderlich – von temporärer Wärme- und Kälteerzeugung bis hin zu dynamischer Luftführung.

Es wurden präzise steuerbare Raumklimata realisiert.

Solche Anforderungen gehen über standardisierte Lösungen hinaus und erfordern maßgeschneiderte Konzepte, die sowohl energetisch effizient als auch betriebssicher arbeiten. Die Planung und Umsetzung der Automation dieser komplexen gebäudetechnischen Aufgabe wurde von der Kieback & Peter Niederlassung Bremen übernommen. Sie entwickelte eine individuelle Lösung, die die bestehenden Automationssysteme des Hauses erweitert und auf die besonderen Erfordernisse der Ausstellung abstimmt.

Die digitale Vernetzung aller gebäudetechnischen Anlagen – von Lüftung und Heizung über Brandschutz bis zur Entrauchung – in einer zentralen Automationslösung bildet hierfür die Grundlage. Hierzu zählte auch die Entwicklung einer projektspezifischen Sonderlösung für den Nebelabzug.

Inszeniertes Real-Erlebnis durch spezielle Lüftungstechnik

Die Qualität der Lüftungstechnik und ihrer Steuerung stellt ein zentrales Element der gebäudetechnischen Infrastruktur dar – sowohl im Hinblick auf die bedarfsgerechte Raumtemperaturregelung im Regelbetrieb als auch für die gezielte Umsetzung szenischer Effekte wie Sturm oder Kälte im Rahmen der Ausstellung.

Darüber hinaus übernimmt die Lüftung eine sicherheitsrelevante Funktion im Brandschutz, insbesondere bei der Entrauchung und der kontrollierten Luftführung im Ereignisfall. Aufgrund dieser multifunktionalen Anforderungen laufen in der Lüftungstechnik wesentliche technische Schnittstellen zusammen, was sie zu einem komplexen Bestandteil der Gebäudeautomation macht. Im Zusammenspiel von Komfort, Inszenierung und Sicherheit übernimmt die Lüftungstechnik damit eine Schlüsselrolle, deren Aufgaben sich den folgenden zentralen Funktionsbereichen zuordnen lassen.

Bei Komfort, Inszenierung und Sicherheit hat die Lüftungstechnik eine Schlüsselrolle.

Effiziente Grundversorgung mit Frischluft

Die neu installierte Lüftungsanlage mit einem Luftvolumenstrom von knapp 10 000 m³/h versorgt die Ausstellungsbereiche zuverlässig mit Frischluft. Durch den Einsatz eines Rotationswärmeübertragers wird eine hohe Energieeffizienz erreicht, da Wärme aus der Abluft zurückgewonnen und zur Vorerwärmung der Zuluft genutzt wird. Diese Maßnahme reduziert den Primärenergiebedarf und unterstützt die Klimaziele des Hauses.

Zonale Klimaregulierung mit Umluftkonvektoren

Ergänzt wird das System durch 20 energieeffiziente Umluftkonvektoren, die zonenweise sowohl heizen als auch kühlen können. Ihre autarke Raumtemperaturregelung ermöglicht eine differenzierte Klimaregulierung in verschiedenen Ausstellungsbereichen. Die Gebäudeleittechnik (GLT) visualisiert sämtliche Zonen und Betriebszustände transparent.

Technische Inszenierung von Wetterphänomenen

Die Lüftungstechnik ist zentrales Instrument der szenischen Umsetzung von Wetterextremen. Effekte wie Sturm, Regen oder Nebel werden durch Belüftungsventilatoren und Pumpensysteme realisiert. Die Lüftung übernimmt dabei nicht nur die aktive Erzeugung von Luftbewegungen, sondern auch die gezielte Ableitung von Nebel nach Showsequenzen – gesteuert über Lüftungsklappen, die über eine Busschnittstelle mit dem Showtechnik-Controller verbunden sind.

Schnittstelle zwischen Showtechnik und Gebäudeautomation

Die komplexe Interaktion zwischen Showtechnik und Lüftung erfolgt über eine Schnittstelle zur Automationsstation DDC 4000 von Kieback & Peter. Da diese Automationsstation via BACnet und die Controller der Showtechnik über KNX kommunizieren, war ein besonderes Gateway von MBS notwendig. So wird sichergestellt, dass Lüftungskomponenten wie Jalousieklappen exakt im richtigen Moment angesteuert werden – synchron zum dramaturgischen Ablauf der Ausstellung.

Dem Brandschutz dient eine schnelle Reaktion und präzise Steuerung der Lüftungsklappen.

Sicherheitsrelevante Funktionen im Brandschutz

Neben Komfort und Inszenierung erfüllt die Lüftung auch sicherheitsrelevante Aufgaben. Im Brandfall ermöglicht sie die kontrollierte Entrauchung über definierte Luftpfade. Die schnelle Reaktion und präzise Steuerung der Lüftungsklappen sind dabei essenziell für die Einhaltung der Brandschutzvorgaben.

Systemintegration und Visualisierung

Für die Ausstellung „Wetterextreme“ hat das Team aus Bremen insgesamt über 350 Datenpunkte in die Gebäudeleittechnik (GLT) eingebunden. So wird eine umfassende Überwachung und Steuerung aller relevanten Komponenten ermöglicht – von der Luftversorgung über die Klimaregulierung bis hin zur Entrauchung im Brandfall. Die Visualisierung über die Neutrino-GLT schafft Transparenz und ermöglicht eine effiziente Betriebsführung sowie eine schnelle Reaktion auf Störungen oder Anpassungsbedarfe.

Fazit

Das Projekt im Klimahaus Bremerhaven zeigt, wie die Gebäudeautomationslösung von Kieback & Peter nicht nur technische Anforderungen erfüllt, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Sie wirkt als treibende Kraft für eine nachhaltige Energieoptimierung, indem die präzise Regelung von Lüftung, Klimatisierung und Brandschutz Ressourcen schont und CO₂-Emissionen reduziert.

Darüber hinaus schafft sie eine direkte Verbindung zwischen Technik und Erlebnis, indem sie die Auswirkungen des Klimawandels fühlbar inszeniert und so Besucher emotional erreicht, sensibilisiert und zu aktivem Handeln motiviert.

David Padlo,
Technischer Projektleiter Gebäudemanagementsysteme bei der Kieback & Peter GmbH & Co. KG, Oerlinghausen.

Bild: Kieback & Peter / Padlo

Besucher der Ausstellung „Wetterextreme“ erleben Szenarien wie große Hitze, Starkregenereignisse oder Wirbelstürme und erfahren mehr über sie. Die Showeffekte werden durch Automations-Sonderlösungen von Kieback&Peter unterstützt.

Bild: Kieback & Peter

Besucher der Ausstellung „Wetterextreme“ erleben Szenarien wie große Hitze, Starkregenereignisse oder Wirbelstürme und erfahren mehr über sie. Die Showeffekte werden durch Automations-Sonderlösungen von Kieback&Peter unterstützt.
Kernstück der MSR-Technik für die Ausstellung „Wetterextreme“ ist der Automationsschwerpunkt ASP 12 in der Lüftungszentrale mit der Raumlufttechnischen Anlage. Auf den hier installierten Automationsstationen DDC4000 von Kieback&Peter liegen u.a. die Lüftungsregelung, die verschiedenen Brandabschnitte sowie die Schnittstelle zur Showtechnik und zu den Umluftkonvektoren.

Bild: Kieback & Peter

Kernstück der MSR-Technik für die Ausstellung „Wetterextreme“ ist der Automationsschwerpunkt ASP 12 in der Lüftungszentrale mit der Raumlufttechnischen Anlage. Auf den hier installierten Automationsstationen DDC4000 von Kieback&Peter liegen u.a. die Lüftungsregelung, die verschiedenen Brandabschnitte sowie die Schnittstelle zur Showtechnik und zu den Umluftkonvektoren.
Über die Visualisierung des Gebäudemanagementsystems Neutrino-GLT von Kieback&Peter lassen sich alle Anlagenzustände der TGA des Klimahauses Bremerhaven überprüfen und regeln.

Bild: Kieback & Peter

Über die Visualisierung des Gebäudemanagementsystems Neutrino-GLT von Kieback&Peter lassen sich alle Anlagenzustände der TGA des Klimahauses Bremerhaven überprüfen und regeln.

Technische Umsetzung & Infrastruktur

Die Automationslösung für die Dauerausstellung „Wetterextreme“ im Klimahaus Bremerhaven hat Kieback & Peter in weniger als sechs Monaten umgesetzt. Im neuen Ausstellungsbereich wurden dafür rund 350 physikalische Datenpunkte installiert, darunter Sensoren und Aktoren wie Kanaltemperaturfühler, Kanaldruckfühler, Frostschutzwächter, Kanalrauchmelder, Feuchtefühler und Klappenstellantriebe. Die folgenden Automationsschwerpunkte (ASP) gab es:

  • ASP 1 – 3. Obergeschoss:
    Direkt am neuen Lüftungsgerät installiert, bildet dieser ASP das Herzstück der MSR-Technik für die Ausstellung. Er enthält die Schnittstelle zum gesamten Klimahaus sowie zu den Bestandsanlagen. Über diesen ASP werden die Lüftungsregelung, die Steuerung der Brandabschnitte, Nebenanlagen wie Druckerhöhung und Umkehrosmose, Split-Klimageräte sowie die Showtechnik und Umluftkonvektoren aufgeschaltet.
  • ASP 2 – Erdgeschoss:
    Dieser Kleinverteiler befindet sich im Maschinenraum der über drei Etagen fahrenden Plattform „Uplift“. Er übernimmt die Entrauchung im Fall technischer Defekte mit Rauchentwicklung. Die besondere Raum- und Etagenarchitektur sowie das Uplift-Konzept erfordern individuelle brandschutztechnische Lösungen, die über diesen ASP realisiert wurden.

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