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dena-Studie

Hohes Potenzial für Woh­nungs­lüf­tung mit Wär­me­rück­ge­win­nung

Eine aktuelle Analyse der Deutschen Energie-Agentur (dena) mit dem Titel „Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung“ zeigt bis zum Jahr 2045 erhebliche technische und wirtschaftliche Potenziale auf, die durch koordinierte Maßnahmen erschlossen werden können.

Die zukünftige Marktentwicklung von Lüftungssystemen hängt maßgeblich von der Ausstattungsquote in neuen und sanierten Wohnungen ab. Die Analyse prognostiziert, dass je nach Szenario bis 2035 jährlich rund 650.000 Wohnungen mit solchen Systemen ausgestattet werden könnten. Die Ausstattungsquote im Neubau und bei Sanierungen könnte von aktuell etwa 16 % auf über 45 % bis 2045 steigen.

Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung haben das Potenzial, 2 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen des Gebäudesektors einzusparen.

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Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung haben das Potenzial, 2 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen des Gebäudesektors einzusparen.

Holger Thamm, Referent Wohnungslüftung beim Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK), betont: „Die Studie zeigt das Potenzial von Wohnungslüftungssystemen für die Transformation des Gebäudesektors. Es geht dabei nicht allein um Energieeinsparungen, sondern auch um gesunde Innenräume, das Wohlbefinden der Bewohner, den Schutz der Bausubstanz und die langfristige Werterhaltung von Gebäuden.“

Die Analyse verdeutlicht zudem, dass politische Rahmenbedingungen wie Neubauaktivität, Sanierungsrate und regulatorische Vorgaben die Geschwindigkeit der Potenzialausschöpfung bestimmen.

Energieeffizienz und Klimaschutz

Die ermittelten Einsparpotenziale sind signifikant. Laut Analyse kann der Endenergiebedarf eines Wohngebäudes durch den Einsatz von Wohnungslüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung um 19 bis 27 % im Vergleich zu einer reinen Fensterlüftung reduziert werden. Das Treibhausgas-Reduktionspotenzial liegt im ambitioniertesten Szenario bei bis zu 2,3 Mio. t CO2 bis 2045. Dies entspricht etwa 2 % der gesamten Treibhausgasemissionen des Gebäudesektors.

Zusätzlich zu den ökologischen Vorteilen ergeben sich wirtschaftliche Vorteile durch sinkende Betriebskosten und eine höhere Energieeffizienz. Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung tragen zudem zum effizienten Betrieb von Wärmepumpen bei, indem sie die Heizlast von Gebäuden reduzieren und somit die Stromnetze entlasten können.

Bedeutung für Gesundheit und Bausubstanz

Neben den energetischen Aspekten hebt die Analyse die Relevanz der Wohnungslüftung für die Gesundheit und Lebensqualität hervor. Menschen verbringen bis zu 90 % ihrer Zeit in Innenräumen. Eine gute Raumklimaqualität unterstützt die Leistungsfähigkeit, insbesondere in Lern- oder Homeoffice-Umgebungen. Gleichzeitig schützt sie das Gebäude und seine Bewohner vor bauphysikalischen Beeinträchtigungen.

Identifizierte Hemmnisse und Handlungsfelder

Die Studie identifiziert auch wesentliche Hemmnisse für eine stärkere Marktdurchdringung. Dazu zählen mangelnde Bekanntheit der Technologie, unzureichendes Wissen über ihre Vorteile sowie bestehende regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Handlungsbedarf besteht in den Bereichen Kommunikation, Ordnungsrecht und Normung, Fördermaßnahmen sowie bei den Investitionskosten.

Die Analyse soll nicht nur Marktpotenziale aufzeigen, sondern auch eine stärkere Vereinheitlichung der Kommunikation innerhalb der Branche fördern. Zusammenfassend sind Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung ein wichtiger Bestandteil für die Transformation des Gebäudesektors, da sie Klimaschutz, Energieeffizienz, Gesundheitsschutz und Gebäudefunktionalität miteinander verbinden und so zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung des Gebäudebestands beitragen. ■
Quelle: FGK / BDH / fl