Innerhalb von neun Monaten wurde ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1979 bis auf die Grundmauern zurückgebaut und auf Effizienzhaus-55-Standard modernisiert.
In Merzhausen bei Freiburg hat sich ein Bauherr den Traum vom energieeffizienten Eigenheim erfüllt. Innerhalb von nur neun Monaten wurde ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1979 bis auf die Grundmauern zurückgebaut und umfassend modernisiert – und zwar auf Effizienzhaus-55-Niveau. Für hygienischen Luftaustausch trotz gedämmter Außenhülle im gesamten Gebäude inklusive Einliegerwohnung sind dabei zwei zentrale Komfort-Lüftungsgeräte von Zehnder zuständig.
Mithilfe einer Wärme- und Feuchterückgewinnung herrscht so das ganze Jahr über gesundes und behagliches Raumklima mit frischer Luft und angenehmen Temperaturen. Die Fenster bleiben dabei stets geschlossen, was wegen effektiver Pollenfilter selbst Allergiker in der Familie wieder frei durchatmen lässt.
Umfassende Sanierung
Das freistehende Einfamilienhaus aus dem Jahr 1979 war energetisch am Ende: Ein veralteter Ölkessel im Keller, ungedämmtes Dach, keinerlei moderne Haustechnik. Dazu noch modrige Wände, dunkle Innenräume und ein altbackener Charme. Doch der Bauherr, zugleich Geschäftsführer eines Planungsbüros für Gebäudetechnik, erkannte das Potenzial des in die Jahre gekommenen Gebäudes.
Es wurde vollständig entkernt, also bis auf die tragenden Wände zurückgebaut. Insgesamt wurden dabei 24 t an Material und Bauschutt aus dem Haus entfernt. Ziel war ein zukunftsfähiges Zuhause im Effizienzhaus-55-Standard. Die Planung übernahm der Bauherr selbst, die Ausführung erfolgte in Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben aus der Region.
Heute versorgt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe die rund 275 m² Wohnfläche mit Wärme – verteilt über eine flächendeckend installierte Fußbodenheizung, die im Sommer zur passiven Kühlung verwendet wird. Dafür nutzt die Wärmepumpe das Erdreich, um dessen Kühle ins Haus zu transportieren. Für nachhaltigen Strom ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zuständig, die eine Leistung von knapp 10 kWp erzielt.
Eine dichtere Gebäudehülle ergibt meist ein Lüftungsproblem.
Neues Problem: Die Lüftung
Durch die effiziente Dämmung des Wohngebäudes ergab sich allerdings eine neue Herausforderung: Die dichte Gebäudehülle verhindert neben Energieverlusten nämlich auch den natürlichen Luftaustausch, der sonst durch kleine Ritzen und Fugen entsteht. Um feuchte und verbrauchte Luft aus einem dem Wohnhaus manuell abzuführen, hätte die Familie etwa alle 2 h stoßlüften müssen, im Alltag schlicht nicht umsetzbar.
Zu seltenes Lüften in gut isolierten Gebäuden hat allerdings zur Folge, dass der CO2-Gehalt schnell auf ein bedenkliches Level ansteigt. Andere Schadstoffe, die sich aus Farben, Möbeln oder Bodenbelägen lösen können – auch VOC (volatile organic compounds) genannt – belasten die Atemluft im Raum zusätzlich. Die Folgen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit und ähnliche gesundheitliche Beschwerden. Auch führt mangelhafter Luftaustausch häufig zu hoher Luftfeuchte, die wiederum Feuchteschäden und Schimmelwachstum begünstigt. Das birgt nicht nur ernsthafte gesundheitliche Risiken, sondern schadet auch dauerhaft der restaurierten Bausubstanz.
Zwei unabhängige Lüftungsgeräte
Mit der Sanierung war also eine Wohnraumlüftung angesagt. Gemeinsam mit Zehnder konfigurierte der Bauherr ein System aus zentralem Komfort-Lüftungsgerät und Luftverteilung, das in den entkernten Rohbau eingefügt werden konnte. Um das Haus und die Einliegerwohnung jeweils autark mit Frischluft zu versorgen, entschied man sich dazu, zwei unabhängige Lüftungsgeräte samt zweier Luftverteilsysteme zu installieren.
Im Idealfall sind nur die Luftauslässe zu sehen.
Für die gesamte Wohnfläche der beiden Einheiten von 275 m2 wurde eine Luftmenge von 291 m3/h berechnet. Insgesamt kommen 18 Luftdurchlässe für Zu- und Abluft sowie 210 laufende Meter der Lüftungsrohre ComfoTube flat 51 von Zehnder zum Einsatz. Das flexible Flachovalrohr ermöglicht eine platzsparende Verlegung in abgehängten Decken oder dem Rohboden, während die Steigstränge mit dem Rundrohr ComfoTube 90 realisiert wurden.
Im konkreten Fall hat man sich für eine Verlegung im Boden des Ober- und Erdgeschosses sowie in der abgehängten Decke des Untergeschosses entschieden. Das Lüftungsgerät ComfoAir Q 350 von Zehnder verschwindet im Technikraum der Hauptwohnung, das zweite Gerät ComfoAir 180 passte in eine ungenutzte Ecke der Einliegerwohnung. Im Alltag sind von beiden Geräten lediglich die stylischen Luftauslässe zu sehen.
Sensorik + Kühlung
Durch intelligente Sensorik erkennen die beiden Komfort-Lüftungssysteme, wie stark der Raum durch CO2 und überschüssige Luftfeuchte belastet ist. Die verbrauchte Luft wird dann mitsamt Schadstoffen konstant abgeführt und frische, sauerstoffreiche Luft gelangt automatisch und kontinuierlich in die Wohn- und Schlafräume. Der stetige Luftaustausch verhindert eine zu hohe Raumluftfeuchte und beugt so Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung vor.
Ziel war es in erster Linie, einen hygienischen Luftaustausch zu erreichen, ohne dafür die Fenster öffnen zu müssen und dabei Heizenergie zu verlieren. Aber auch der in Zeiten von Klimawandel und extremen Hitzeperioden immer wichtiger werdende Faktor Kühlung spielte eine Rolle. Denn das sanierte Wohnhaus hat in Richtung Südwesten viele große Glasfronten, weshalb bereits in der Übergangszeit eine große Überhitzungsgefahr droht – vom Sommer ganz zu schweigen.
Spezielle Pollenfilter helfen Allergikern.
Durch die Kälterückgewinnung sowie die Bypass-Funktion der Lüftungsgeräte in Kombination mit der Fußbodenkühlung ist es aber im Haus zu jeder Jahres- und Tageszeit angenehm temperiert. Und auch im Winter können die Bewohner auf eine stets behagliche Raumtemperatur ohne trockene Luft oder hohe Heizrechnungen zählen. Die jeweils in den Zehnder Komfort-Lüftungsgeräten integrierten Enthalpie-Wärmeübertrager übergeben in der Abluft enthaltene Wärme und Feuchte hygienisch auf die Zuluft, wodurch ein nachhaltiger Kreislauf entsteht.
Contra Pollen
Einen weiteren Vorzug eines Komfort-Lüftungssystems bemerkte die Familie zu Beginn des ersten Frühjahrs im neuen Zuhause: Denn ein Familienmitglied leidet an starker Pollenallergie und war es gewohnt, dass mit den wärmeren Temperaturen im Frühling und Sommer auch der Heuschnupfen schlimmer wird. Wegen der nachträglichen Integration von speziellen Pollenfiltern an den Lüftungsgeräten wird sie nun aber davor verschont und kann so befreit durchatmen.
Das Material der Pollenfilter ist sehr fein gewebt und entfernt dadurch Pollen und Staub aus der Außenluft, bevor die Luft in den Wohnbereich gelangt. Die Fenster können in Wohngebäuden ganzjährig geschlossen bleiben, da der gesamte Luftaustausch über die Lüftungssysteme erfolgt. Das hält nicht nur Insekten, Luftverschmutzungen etc. draußen, sondern behält gleichzeitig Wärme, Kühle oder auch Feuchte drin.
Dipl.-Ing. Versorgungstechnik (FH), Leiter Produktmanagement Heizkörper und Komfortlüftung bei der Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr.
Bild: Zehnder / Geithe
Bild: Zehnder
Gemeinsam mit Zehnder konfigurierte der Bauherr zwei passgenaue Systeme aus zentralem Komfort-Lüftungsgerät und Luftverteilung, die in den entkernten Rohbau eingefügt wurden.
Bild: Zehnder
Insgesamt kommen im Effizienzhaus 18 dezente Luftdurchlässe für Zu- und Abluft zum Einsatz.
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Das flexible Flachovalrohr ComfoTube flat 51 von Zehnder ermöglicht eine platzsparende Verlegung in abgehängten Decken oder dem Rohboden, während die Steigstränge mit dem Rundrohr ComfoTube realisiert wurden.
Bild: Zehnder
Das kompakte Komfort-Lüftungsgerät ComfoAir 180 von Zehnder passte in eine ungenutzte Ecke der Einliegerwohnung..
Bild: Zehnder
Das größere der beiden Komfort-Lüftungsgeräte, das ComfoAir Q350 TR von Zehnder, versteckt sich im Technikraum der Hauptwohnung.
Bild: Zehnder
Wegen des breiten Zehnder-Portfolios an Luftverteilungskomponenten gibt es für jede Situation die passende Lösung: Hier konnte zum Beispiel eine Stufe im Fußboden des Wohnzimmers elegant überbrückt werden.
Bild: Zehnder
Der Enthalpie-Wärmeübertrager - das Bild zeigt das Vorgängermodell - ist als Systemerweiterung für die Lüftungsgeräte ComfoAir Q konzipiert und lässt sich mit wenigen Handgriffen nachrüsten.
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