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Autohaus-Wärmepumpen als Einzelgeräte-Kaskade

Sammelleitung vor dem Pufferspeicher

Der An- und Umbau erfolgte bei laufendem Betrieb. Ab Mai 2022 wurden im Gebäude digitale Erlebniswelten mit Virtual-Reality-Technik und außen Hochvolt-Ladestationen geschaffen. Der bestehende Bau aus dem Jahr 2008 und der Anbau waren dabei zusammenzuführen. Dadurch vergrößerte sich der Showroom um fast die Hälfte. Dazu kommt im Untergeschoss eine neue Fläche für die Gebrauchtwagen-Ausstellung sowie eine Werkstatt mit rund 546 m² Fläche. Die Gesamtfläche hat sich um rund 1300 m² erweitert und beträgt jetzt 2660 m².

Die Umsetzung lag in Händen der Weber Massiv & Fertigbau GmbH. Als Vorgaben für die Maßnahme wurden unter anderem genannt: energetische Sanierung auf das Niveau KfW 55 sowie Nachhaltigkeit und Reduzierung von CO2. Da eine KfW-Förderung in Anspruch genommen wurde, war als Dienstleister REM Capital zur Beratung mit eingebunden.

Modifizierte Gebäudestruktur

Einige vorhandene technische Ausstattungen sollten in das neue System integriert werden. Dies betraf etwa die Flächenheizung und das hydraulische Konzept. Das Gebäude selbst gliedert sich außen horizontal in eine verglaste Zone im unteren Teil der Fassade und einen strukturierten oberen Teil. Dieser besteht aus Aluminiumelementen in Silbermetallic gemäß den Porsche-Designrichtlinien und öffnet sich lamellenförmig im Eingangsbereich.

Der Innenraum ist in verschiedene Abschnitte eingeteilt, die ein- und zweigeschossig ausgeführt sind. Hier befinden sich unter anderem die Büros. Die Längsachse wird durch eine breite Lichtkuppel betont: Sie verknüpft den bereits vorhandenen mit dem neu gebauten Teil und bildet wegen ihrer großzügigen Dimensionierung den Showroom.

Drei Monoblock-Wärmepumpen erreichen je 40 kW Leistung.

Wechsel der Wärmequellen

Das Bestandsgebäude wurde bis zum Umbau von drei Monoblock-Wärmepumpen beheizt. Sie lieferten jeweils 40 kW Leistung bei A 7 W 35. Diese reichten für die Versorgung des zukünftigen Gesamtbaus allerdings nicht aus, denn mit der Vergrößerung stieg auch die Heizlast. Daher empfahl die Weber Massiv & Fertigbau GmbH, Remko in das Projekt einzubinden.

Anhand der genannten Vorgaben für Heizlast und Hydraulik entwickelte Remko ein Konzept, das auf dem Einsatz von SQW-Wärmepumpen fußt. Bei der Berechnung wurde eine Normaußentemperatur (Tna) von -  10,8 °C zugrunde gelegt. Dementsprechend wurden drei Geräte mit je 40 kW für das Objekt ausgewählt.

Was die Wärmepumpe ausmacht

Die Luft-/Wasser-Wärmepumpe SQW kann sowohl heizen als auch kühlen. Sie lässt sich bei Umgebungstemperaturen von - 25 bis + 45 °C zum Heizen sowie in einem Temperaturspektrum von 15 bis + 45 °C zum Kühlen einsetzen. Sie erzielt Vorlauftemperaturen bis + 65 °C, wobei sie ihre höchste Effizienz bei niedriger VL-Einstellung erreicht. Mit einem Schalldruckpegel LpA von 40 dB(A) – dies bezieht sich auf eine Entfernung von 10 m – kann sie in Gewerbe- oder Mischgebieten aufgestellt werden.

Sammelleitung vor dem Pufferspeicher = Einzelgeräte-Kaskade.

Insbesondere für größere Objekte werden bis zu zehn Geräte kaskadiert. Dabei lassen sich maximal vier SQW-Wärmepumpen direkt verbinden, ansonsten wird der Druckverlust zu hoch. Bei größeren Kaskaden werden die Einheiten dementsprechend in zwei oder drei Gruppen aufgeteilt und dann vor einem Pufferspeicher zusammengeführt.

Besonderheiten der Installation

Anhand der Eckdaten waren für die Porsche Destination Heilbronn drei Wärmepumpen SQW einzubinden. Allerdings griff in diesem Fall nicht die Kaskadenlösung, sondern es erfolgte eine Einzelaufstellung. Das lag daran, dass die vorher eingesetzten Wärmepumpen jeweils 2-Zoll-Anschlüsse aufwiesen, die weiterhin genutzt werden sollten.

Daher wurde jede SQW einzeln mit Vor- und Rücklauf angeschlossen. Die Sammelleitung beginnt erst kurz vor dem Pufferspeicher im Heizungsraum. Diese Umsetzung wird auch als Einzelgerät-Kaskade bezeichnet. Mit dieser Lösung zeigt sich, dass sich die Wärmepumpen auf die Gegebenheiten der Hydraulik anpassen lassen.

Für jedes Gerät wurde neben dem Gebäude ein bewehrtes Streifenfundament errichtet. Darauf stehen die SQW leicht erhöht auf Schwingungsdämpfern. Das entstehende Kondensat tropft nach unten in den Untergrund und versickert. Die Mediumleitungen (Vor- und Rücklauf sowie Stromanschluss) führen unter den Geräten in den Boden und werden in das Gebäude geführt.

Im Heizungsraum werden jeweils drei Vorlauf- und drei Rücklaufleitungen zusammengefasst. Mit dieser Leitung erfolgt der Anschluss an einen neuen Pufferspeicher MPS mit 2000 l Fassungsvermögen. Damit ist das Volumen doppelt so groß wie vorher.

Warmwasser-Versorgung erfolgt mit Wärmepumpe und Durchlauferhitzern.

Anschlüsse und Regelung

Die Wärmeverteilung wird über die Flächenheizung realisiert. Des Weiteren ist eine Lüftungsanlage installiert, die über nachgeschaltete Lüftungsregister temperierte Luft in die Räume einbringt. Sie sind in einen ungemischten Kreis mit einem Vorlauf von 45 °C als Festwert eingebunden. Die zwei vorhandenen Kreise für die Flächenheizung arbeiten jeweils mit einem Vorlauf von maximal 40 °C bei Normaußentemperatur. Ziel ist es, eine Raumtemperatur von 20 bis 21 °C in den Büros und 15 bis 17 °C in der Werkstatt zu erbringen.

Die Warmwasserbereitstellung löste man zweigeteilt: Für die Sozialräume liefert eine Brauchwasserwärmepumpe RBW von Remko die Energie. Das Gerät nutzt die Wärme aus der Umgebungsluft, um Wasser zu temperieren. Der emaillierte Speicher fasst dazu 300 l. Das Gerät liegt steckerfertig vor – für den Betrieb sind nur ein Anschluss an die Wasserleitung und eine normale Steckdose erforderlich. Für Waschbecken und Küchenzeilen sind Durchlauferhitzer eingebaut. Das vereinfachte die Installation und verhindert Wärmeverluste, die durch lange Warmwasserleitungen entstehen.

Ergänzt wird das System mit einer PV-Anlage von 171 kWp mit 75 kW Batteriespeicher. Der Ertrag wird von den Wärmepumpen sowie im Gebäude selbst genutzt. Auf die Kühlung durch die SQW hat man verzichtet, denn die Flächenheizung im Bestand war dafür nicht ausgelegt. Stattdessen wird eine Nachtkühlung angewendet.

Fazit

Nach der Fertigstellung im September 2024 arbeitet die neue Anlage zuverlässig. Die drei SQW-Wärmepumpen liefern die entsprechende Leistung, wobei sich im Zusammenspiel mit der PV-Anlage eine gute wirtschaftliche Bilanz ergibt.

Marco Stagge,
Leiter Beratungsteam bei der Remko GmbH & Co. KG, Lage.

Bild: Remko / Stagge

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