Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Historische Mühle: Zusammenspiel von Sonnenstrom und Wärmepumpe

Kleinod mit zukunfts­orientierter Heiztechnik

Bei der Mühle handelt es sich um einen der letzten noch erhaltenen Galerieholländer in der Mühlen-Hochburg Ammerland im Nordwesten von Niedersachsen. Das 1876 erbaute Wahrzeichen des Eschdorfs Hollwege (Westerstede) ist mit 23 m Höhe nicht nur ein beliebtes Fotomotiv auf der Mühlenroute durch malerisches Moor- und Weideland. Von der Unteren Denkmalschutzbehörde ist der siebenstöckige Zeitzeuge zudem als ein „die Kulturlandschaft besonders prägendes Gebäude“ klassifiziert. Für den Eigentümer Maurice Gurcke und seine Familie war ein Eigenheim auf dem Land schon immer ein großer Traum.

In der Mühle erzählt jeder Raum seine eigene Geschichte, die unbedingt erhalten werden sollte. Durch die Klassifizierung der Denkmalschutzbehörde mussten die Sanierung zum Wohngebäude und die Eingriffe in die Bausubstanz zudem so schonend wie möglich erfolgen. Und außerdem kam für die Bauherren nur eine nachhaltige und umweltschonende Energieversorgung infrage.

Sorgsam an die Substanz

Die vom Vorbesitzer Anfang der 1990er-Jahre begonnene Sanierung des achteckigen Gebäudes mit 216 m² Wohnfläche wurde von den neuen Eigentümern wieder aufgenommen und in Kooperation mit der Denkmalschutzbehörde vollendet. Die gesamte Elektrotechnik musste neu installiert, Wände und Decken mit natürlichen Materialien renoviert und die Dachkappe vollständig restauriert sowie neu aufgesetzt werden – inklusive Ertüchtigung des Reetdaches mit wortwörtlichem Gegenwind: Bei einem Sturm wurde die komplette Balustrade der Dachgalerie weggerissen. Die neu errichtete Eichenholzgalerie ist ein Blickfang des Vorzeigeprojekts, das auch energetisch hochwertig erneuerte Fenster und Türen beinhaltet.

PV-Strom trägt dazu bei, dass in der Mühle im Winter angenehme Temperaturen herrschen.

Fast autark: Photovoltaik und Wärmepumpe

Für die umweltschonende, regenerative Energieversorgung der Mühle installierte die Familie auf dem gemieteten Dach eines benachbarten Nebengebäudes eine Photovoltaik-Anlage mit 125 m2 Fläche und einer Leistung von knapp 25 kWp. Der PV-Strom deckt nicht nur den Hauptenergiebedarf für die mittlerweile vierköpfige Familie ab, er trägt außerdem seinen Teil dazu bei, dass in der Mühle im Winter angenehme Temperaturen herrschen.

Denn die Familie setzt auf das nachhaltige und effektive Zusammenspiel von PV-Anlage und Wärmepumpe – und damit auf einen hohen Autarkiegrad. Die PV-Anlage ist zudem groß genug, um auch die Batterien der E-Autos über zwei Wallboxen zu laden.

Forderungen: Service, Support, leiser Betrieb

Als die Bauherren 2018 in die Mühle einzogen, mussten sie zunächst Gas-Brennwerttechnik einbauen, da keine funktionsfähige Heizung vorhanden war. Da ihnen eine umweltschonende Technik ohne fossile Energieträger wichtig war, informierten sie sich umfassend über die Wärmepumpe und kamen so in Kontakt mit Wolf.

Die Voraussetzungen und Hauptkriterien für die neue Wärmepumpe waren für die Mühlenbesitzer schnell definiert: Eine Erdwärmepumpe war der Familie zu teuer und aufwendig, eine Luft/Wasser-Wärmepumpe hingegen erwies sich für die Sanierung wie auch für die bereits vorhandene Wand- und Fußbodenheizung als gut geeignet.

Bei der Recherche im Internet wurde in den gefundenen Erfahrungsberichten ermittelt, welche Wärmepumpe auch in der Sanierung einfach zu installieren ist, zuverlässig funktioniert und vor allem leise im Betrieb ist. Außerdem war den Bauherren wichtig, dass der Hersteller in Sachen Ersatzteile, Support und Service ebenfalls gut bewertet wird. Im Gesamtpaket hat die Wärmepumpe CHA von Wolf in Monoblockbauweise überzeugt. Einwände der Nachbarn wegen zu lauter Laufgeräusche hat die Familie nicht zu befürchten. Der um 9 dB(A) schallreduzierte Nachtbetrieb der der Wärmepumpe sorgt für ruhige Nachtstunden.

Wärmepumpen-Expertise gesucht

Bereits seit rund 15 Jahren installiert Oeltjen Haustechnik aus Rastede, auf die die Bauherren aufmerksam wurden, Wärmepumpen überwiegend in Bestandsgebäuden. Im Beratungsgespräch wurde die im Rahmen der Eigenrecherche favorisierte Wärmepumpe vom Heizungsbauer bestätigt.

Im Nachtbetrieb arbeitet die Wärmepumpe 9 dB(A) leiser.

Denn da Wolf aus der Heizungstechnik kommt, ist das Unternehmen mit wasserführenden Systemen sowie deren Regelung vertraut und kennt die spezifischen Anforderungen an eine einfache Installation. Ein jederzeit erreichbarer Kundenservice, umfassende Schulungen sowie installationsfertige Technikpakete kommen Fachhandwerkern und Bauherren gleichermaßen zugute.

Planung und Realisierung

Bei der Planung stellte die geschichtsträchtige Mühle den Fachhandwerker vor keine allzu großen Herausforderungen: Wie gewohnt, mussten zunächst die Heizlasten raumweise ermittelt, der erforderliche Volumenstrom für die vorhandene Wand- und Fußbodenheizung bei einer Vorlauftemperatur von maximal 55 °C berechnet sowie die optimale Heizkurve bestimmt werden. Für das Gebäude ergab sich eine Heizlast von 11,4 kW, die benötigt werden, um auch am kältesten Tag des Jahres die zum Wohnhaus sanierte Mühle auf 20 °C aufzuheizen.

Die neue Heizung ist konservativ aufgebaut, sodass als große Komponenten nur die Innen- und Außeneinheit der Wärmepumpe sowie ein 300 l-Warmwasserspeicher eingebaut werden mussten. Der am Ende der Installationsarbeiten durchgeführte hydraulische Abgleich unterstützt dabei, dass die Räume mit möglichst wenig Energieeinsatz warm werden.

Im Vergleich zur ersetzten Gasheizung spart die Bauherrenfamilie nun mindestens die Hälfte der Heizkosten. Im laufenden Betrieb sorgt die Wärmepumpe immer zuerst dafür, dass der Warmwasserspeicher 24 h pro Tag mindestens auf 50 °C aufgeheizt ist. Erst wenn der Warmwasserspeicher durchgeladen ist, wird das Heizungswasser erwärmt. Die Wärmeversorgung erfolgt witterungsgeführt und bedarfsgenau.

Fazit

Zwar standen beim Projekt Wärmepumpe ökologische Gründe im Vordergrund, aber ohne die staatliche Förderung von gut 50 Prozent hätten die Bauherren diese Lösung nicht umsetzen können. Die Förderung war also genauso wichtig wie die einfache und die Bausubstanz schonende Installation.

Die Außenfassade und der Baukörper durften dabei weder beschädigt noch verändert werden, alle Mauerarbeiten hatten materialtechnisch originalgetreu zu erfolgen. Jedoch waren für die Leitungszugänge keine großen Eingriffe erforderlich. Da die Außeneinheit der Wärmepumpe mit rund 20 m Abstand am Nachbargebäude aufgestellt werden musste, um das Mühlen-Gesamterscheinungsbild nicht zu beeinträchtigen, waren tatsächlich die Erdarbeiten für die Leitungslegung bei Regen und der dabei gestiegene Grundwasserpegel die größte Herausforderung.

Heike Millhoff
Fachredakteurin bei der Wolf GmbH, Mainburg.

Bild: Wolf / Millhoff

Jetzt weiterlesen und profitieren.

+ KK E-Paper-Ausgabe – jeden Monat neu
+ Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
+ Fokus KK: Sonderhefte (PDF)
+ Webinare und Veranstaltungen mit Rabatten
uvm.

Premium Mitgliedschaft

2 Monate kostenlos testen