Die überarbeitete F-Gas-Verordnung fordert die Komponentenhersteller.
Durch das sogenannte PFAS-Dossier entsteht für Kältemittel das Risiko einer doppelten Regulierung, einerseits durch die bestehende F-gas Verordnung, andererseits zukünftig durch das EU-Chemikalienrecht (REACH).
Die überarbeitete F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 gilt seit dem 11. März 2024 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Sie sieht einen beschleunigten HFKW-Ausstieg bis 2050 vor – eine Reduktion um 95 Prozent gegenüber 2015 bereits bis 2030. Der Phase-down ist auch heute schon einer der messbar erfolgreichsten Klimarechtsakte der EU – 2024 wurden die unter dem Montreal Protocol gesetzten Limits um 60 Prozent unterboten. CO2 (R 744)-, Propan- (R 290)- und Niedrig-GWP HFO/A2L-basierte Systeme werden bis 2030 zum Marktstandard im Massenmarkt des Kältehandwerks. Fürs Handwerk heißt das: Engpässe und weitere Preissteigerungen bei Hoch-GWP-Kältemitteln sind absehbar, aber auch eine erweiterte Pflicht zur Sachkunde mit Bezug auf die neuen Kältemittel. Die Komponentenhersteller – in ASERCOM repräsentiert – haben Verdichter, Verflüssigungssätze, Wärmeübertrager und Regler bereits konsequent umgestellt.
Für viele dieser Materialien gibt es heute keine Alternativen.
PFAS-Beschränkung: Die entscheidende Phase
Parallel dazu hat das PFAS-Dossier, das bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA eingereicht wurde, eine neue Stufe erreicht. ECHA eröffnete am 26. März 2026 die finale 60-tägige Konsultation des Beschränkungsvorschlags; sie läuft bis zum 25. Mai 2026. Die ECHA Ausschüsse RAC und SEAC stützen eine EU-weite Beschränkung grundsätzlich, auch für Kältemittel. Für Industrieverbände und Hersteller ist die laufende Konsultationsphase ein wichtiges Instrument, um den Ausschüssen die Auswirkungen eines potenziellen Verbots von HFO-Kältemittel wie R 1234yf, R 1234ze sowie gängigen Blends darzustellen und Ausnahmen (Derogationen) von Verboten zu erwirken. Diese werden für die Umsetzung des beschriebenen F-Gas Phase-downs, aber oftmals auch für den Erhalt unserer kritischen Infrastruktur, inklusive der Kühlketten für Lebensmittel und Arzneimittel, dringend benötigt.
Komponentenhersteller sind zusätzlich gefordert, PFAS in z.B. Dichtungen durch andere Materialien zu ersetzen. Denn PFAS-haltige Materialien sind heute an vielen Stellen von Kälteaggregaten aus gutem Grund im Einsatz: ihrer hohen Beständigkeit und weiterer Eigenschaften wegen. Für viele dieser Materialien gibt es heute keine Alternativen, sodass auch hier für Derogationen plädiert werden muss, bis die Industrie entsprechende Alternativen entwickelt hat, ein Prozess, der sich über einen Zeithorizont von zehn Jahren und mehr erstrecken wird.
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