Die deutsche Handwerksbranche sieht sich mit erheblichen Belastungen konfrontiert. Eine repräsentative Umfrage unter 100 Handwerksbetrieben, durchgeführt von Appinio im Auftrag der HandwerkStars, identifiziert Fachkräftemangel, Inflation und einen hohen bürokratischen Aufwand als größte Herausforderungen. 40 % der befragten Betriebe sind stark bis sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen. Die Besetzung vakanter Stellen dauert bei nahezu jedem zweiten Betrieb zwischen drei und sechs Monaten, insbesondere bei Facharbeitern, Auszubildenden und Meistern.
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Herausforderungen im Fokus
Die anhaltende Inflation verschärft den Kostendruck. 48 % der Betriebe nennen steigende Materialpreise und 40 % höhere Energiekosten als wesentliche Belastungsfaktoren. Dies beeinträchtigt die Kostenkalkulation und Investitionssicherheit der Betriebe. Ein weiterer Punkt ist der bürokratische Aufwand: 47 % der Betriebe fühlen sich stark oder sehr stark belastet. Dokumentationspflichten (54 %), Baurecht (52 %) und Steuer- und Finanzvorgaben (48 %) sind dabei die zeitraubendsten Bereiche. 46 % der Betriebe wenden wöchentlich fünf bis neun Stunden für Verwaltungsaufgaben auf, 35 % sogar zehn bis 20 Stunden. Auch die geplanten Rentenreformpläne der Bundesregierung stoßen auf Skepsis: 52 % der Befragten stehen diesen kritisch oder sehr kritisch gegenüber.
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Investitionen in die Zukunft
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen planen 51 % der befragten Unternehmen Investitionen in den nächsten zwölf Monaten. Schwerpunkte liegen auf Personal (63 %), Digitalisierung (57 %) und Maschinen sowie betrieblicher Ausstattung (knapp 50 %). Knapp zwei Drittel der Betriebe schätzen sich als eher digital bis sehr digital ein. Digitale Lösungen in Buchhaltung, Zeiterfassung und Bestellsystemen sind bereits weit verbreitet. Stefan Springer, Gründer und Markenchef der HandwerkStars, weist auf den Generationenwechsel im Handwerk hin, der neue Blickwinkel und die Nutzung digitaler Tools fördert. Trotz Investitionskosten als Hürde planen 57 % der Betriebe weitere Digitalisierungsinvestitionen.
Energiewende als Wachstumsmotor
Die Energiewende hat sich für das Handwerk als wichtiger Geschäftsbereich etabliert. 83 % der Betriebe bieten bereits nachhaltige oder energieeffiziente Lösungen an. Rund 62 % der Aufträge entfallen auf energetische Modernisierungsmaßnahmen. Bei jedem zweiten Unternehmen machen nachhaltige Leistungen mindestens 50 % des Umsatzes aus. Gleichzeitig sind 54 % der Betriebe nach eigener Einschätzung nur teilweise auf die Anforderungen der Energiewende vorbereitet. Kurzfristige Anpassungen gesetzlicher Rahmenbedingungen und Förderprogramme, wie beim Gebäudemodernisierungsgesetz, führen zu fehlender Planungssicherheit.
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Künstliche Intelligenz im Kommen
Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug ins Handwerk. 25 % der Betriebe nutzen KI bereits in hohem Maße. Potenzial für die Entlastung bei bürokratischen und administrativen Aufgaben wird gesehen. KI-basierte Lösungen kommen bereits bei Routineaufgaben zum Einsatz, beispielsweise beim Verfassen von E-Mails und der Terminplanung sowie bei der Erstellung standardisierter Angebote (jeweils 14 %). Mehr als die Hälfte der Betriebe kann sich vorstellen, KI künftig für wiederkehrende Aufgaben zu nutzen. Potenzial wird auch für Dokumentationen, Einsatzplanung und Rechnungsstellung gesehen. Springer betont, dass KI wertvolle Zeit im operativen Geschäft einsparen kann, die Ergebnisse jedoch einer Prüfung bedürfen.
Hitergrund der Umfrage:
Die von den HandwerkStars beauftragte und von Appinio durchgeführte Studie basiert auf einer bundesweiten Befragung von 100 Handwerksbetrieben. Die Erhebung fand vom 23. bis 26. Juni 2026 statt und umfasste 35 Fragen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie zur betrieblichen Zukunftsplanung der teilnehmenden Unternehmen.
Quelle: HandwerkStars / fl