Im Vega-Hauptsitz entstand eine vielfältige Bürolandschaft, die auf jeder Etage ein individuelles Gestaltungskonzept aufgreift.
Im Zuge einer umfangreichen Sanierung und Erweiterung modernisiert die Vega Grieshaber KG ihren Hauptsitz in Schiltach seit 2020 stetig weiter. Dabei entstanden bereits unterschiedliche Areale mit individuellen Raumkonzepten. Allen gemein ist der hohe Anspruch an gestalterische, funktionale und technische Qualitätsstandards. Ein Lüftungskonzept mit Lösungen von Kiefer Klimatechnik unterstützt dabei ein gesundes und komfortables Arbeitsklima.
Seit gut 60 Jahren entwickelt Vega Füllstand- und Druckmesstechnik. Weltweit beschäftigt das Familienunternehmen rund 2600 Mitarbeitende, davon ca. 1200 am Hauptstandort Schiltach mit einem Areal von gut 10 000 m2. Seit 2020 werden hier Stück für Stück Produktions- und Verwaltungsbauten mit bis zu fünf Geschossen saniert, außerdem zwei zusätzliche Baukörper angeschlossen. Für die Planung der umfangreichen Baumaßnahmen ist das Büro Architektur Schneider aus Rohrdorf bei Nagold verantwortlich.
Das Innenraumkonzept ist durch gestalterische und funktionale Vielseitigkeit gekennzeichnet. Mit der Entwicklung und Umsetzung war die Partner AG aus Offenburg beauftragt. Das Besondere an diesem Projekt war, dass man die Individualität der Menschen in den einzelnen Bereichen mit ihren eigenen Arbeitsprozessen und Persönlichkeiten herausarbeiten und in den gebauten Raum übertragen konnte.
Individuelle Raumkreationen
Daher sind völlig unterschiedliche Raumkonzepte entstanden, die sich dennoch stimmig unter einem Dach zusammenfügen. Beispielsweise benötigt der Geschäftsbereich Entwicklung im Bestandsgebäude durch seine technische Ausrichtung neben speziellen Elektronikarbeitsplätzen auch eigene Werkstätten und zusätzliche flexible Bereiche für agiles Arbeiten und Kommunikation. Das Thema „Agilität“ haben die Mitarbeitenden mit ihren Hobbies in den Bergen belegt. Das Materialkonzept spiegelt dies in den dominierenden Farben Blau und Grau, Holz und Stein sowie durch kantige Elemente. Der internationale Vertrieb wünschte sich einen grünen lebendigen Arbeitsbereich. Das Thema „Natur“ wurde international, bunt und vielfältig mit Holz- und Botanik-Akzenten aufgegriffen.
Verschiedene Raumkonzepte waren gleichwertig zu versorgen.
Duales Spannungsfeld als Designkonzept
Der Neubau verbindet die zwei Bestandsgebäude durch einen zentralen Empfang und beherbergt neben neuen Büroflächen auch Erholungsräume für die Mitarbeitenden. Leitmotiv für die Gestaltung war die Kernkompetenz des Unternehmens: Das Messen, als Erfassen von Differenzen und Kontrasten.
Das Designkonzept übersetzt dies als duales Spannungsfeld. Warm versus kalt, wohnlich versus technisch. Die warme Seite wird durch die Farbgebung Orange, runde Formen sowie Leuchten mit warmen Lichtfarben repräsentiert, um eine behagliche und einladende Atmosphäre zu schaffen. Im Kontrast dazu steht die kalte blaue Seite, die durch lineare Elemente sowie Kaltlicht-Leuchten charakterisiert ist. Hier kommen technische Materialien wie Streckmetalldecken zum Einsatz, die Sichtinstallationen durchscheinen lassen und so eine technische, moderne Atmosphäre erzeugen. Offene multifunktionale Kollaborationszonen wechseln sich ab mit funktionalen technischen Bereichen.
Wohlfühlklima als Herausforderung
Der hohe Anspruch der Bauherren an Funktionalitäts- und Gestaltungsstandards des Umbauprojekts galt insbesondere für die technische Sanierung. Die Planung und Umsetzung der technischen Gebäudeausrüstung erledigte dabei das Ingenieurbüro Liepelt aus Baiersbronn. Die besondere Herausforderung bei diesem Projekt lag darin, dass die Installationsfreiräume im Bestandsgebäude teilweise begrenzt waren. Das erforderte im Zuge der Planung und Umsetzung der Maßnahmen von allen Beteiligten viel Flexibilität.
Für die Planung der Lüftungstechnik hat das Ingenieurbüro Kiefer Klimatechnik aus Stuttgart ausgewählt, da beide schon in der Vergangenheit Projekte zusammen realisiert haben. Bestandsumbauten wie bei Vega stellen für die Planung und Umsetzung der Lüftungstechnik oft eine Herausforderung dar, denn meist sind nur wenige bis keine Veränderungen der Raumstrukturen möglich. Dennoch ist es gelungen, eine hohe Raumluftqualität für alle Arbeits- und Aufenthaltsflächen entsprechend ihrer individuellen Anforderungen sicherzustellen.
Bestandsumbauten stellen besonders hohe Anforderungen an die Lüftungskonzepte.
Starke Leistung, hohe Ästhetik
So kamen in den zahlreichen Büro- und Besprechungsräumen Schlitzdurchlässe Indul von Kiefer zum Einsatz. Die filigranen Durchlassprofile mit einer Einbaubreite ab 15 mm passen sich jeder Deckenarchitektur an. Ob unauffällig oder bewusst akzentuiert, ordnen sie sich den architektonischen Gegebenheiten unter. Beim Projekt Vega war die Variantenvielfalt beim Schlitzdurchlass besonders groß. Je nach Gebäudetyp und Etage gab es Gipskartondecken, abklappbare Metalldecken, Streckmetalldecken oder offene Rasterdecken mit stehenden Akustiklamellen.
Im Bereich der Metalldecken und offenen Rasterdecken waren Halshöhen bis 170 mm notwendig, um Kollisionspunkte in der Montage zu vermeiden. In den Besprechungsräumen konnten durch eine umlaufende Anordnung verschiedene Deckenbereiche bewusst optisch getrennt werden. Vorhandene Blindelemente dienten zur gezielten Abluftüberströmung in den Deckenhohlraum. Als Sonderausführung wurden Blindelemente mit zusätzlichen Bohrungen versehen, um eine Seildurchführung der darunter installierten Pendelleuchten optisch dezent umzusetzen.
Charakteristisch für den Schlitzauslass Indul ist seine spezielle Ausblasgeometrie für besonders feine Einzelstrahlen. Diese wiederum ermöglichen eine schnelle Induktion, also Beimischung der Raumluft, sodass Temperaturdifferenzen von bis zu - 14 K schnell abgebaut werden. Der Schlitzauslass erreicht also eine gleichmäßige Luftverteilung mit günstiger diffuser Raumluftströmung ohne spürbaren Luftzug – ein wichtiges Kriterium für ein angenehmes Arbeitsklima. Durch exakte Abrisskanten wird der sogenannte „Coanda-Effekt“ – also Schmutzablagerungen entlang des Luftauslasses – vermieden und Decken sowie Wände bleiben länger staubfrei.
Markanter Decken-Luftdurchlass
In den großflächigen Arealen des Gebäudes, wie etwa Restaurant und Espressobar, wo viele Menschen einen hohen Luftdurchsatz und Gastrogeräte zusätzliche thermische Lasten bewirken, wurde der Luftdurchlass Indudrall installiert. Er wurde speziell für Anwendungen im Komfortbereich entwickelt und eignet sich besonders bei schwierigen Randbedingungen.
Der optisch ansprechende Decken-Luftdurchlass lässt die Luft fächerartig aus der Frontplatte ausströmen. Die jeweiligen zusammengefassten Blöcke aus Einzelelementen bilden Strahlen aus, um die Raumluft gut zu induzieren und große Temperaturunterschiede von bis zu - 12 K zwischen Zu- und Raumluft schnell, aber ohne unangenehmes Zugempfinden, abzubauen. Wegen dieses hohen Induktionsverhältnisses ist die Montage des Luftdurchlasses – auch eine Sichtmontage ohne abgehängte Decke – ohne Komforteinbußen möglich.
Passend zur Innenarchitektur wurde der Schlitzauslass Indul von Kiefer Klimatechnik in die Metalldecke integriert und bewirkt dort einen hohen Lüftungskomfort.
Bild: Bernhard Strauss Fotografie
Der Schlitzdurchlass Indul fügt sich umlaufend in die grüne Metalldecke ein und unterstützt das farbenfrohe Raumkonzept.
Bild: Bernhard Strauss Fotografie
In der Espressobar sind Drall-Luftdurchlässe Indudrall von Kiefer als Sichtmontage zwischen den Akustikelementen der Decke integriert. Sie fügen sich in das offene Deckenkonzept ein und bewirken eine gleichmäßige Frischluftzufuhr.
Leiter Vertrieb Komponenten bei der Kiefer Klimatechnik GmbH, Stuttgart
Kiefer Klimatechnik GmbH / Kranich
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