Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Auch ohne Meister in der Kälte weiterkommen

Aufgeben ist keine Option

KältenKlub: Christian, welche Aufgaben hast du heute bei Daikin?

Christian Funke: Aktuell bin ich Supervisor der technischen Berater in der Region Nord. Das bedeutet, ich betreue die Büros der technischen Berater in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Bochum. Zusätzlich bin ich Standortverantwortlicher für den Daikin-Standort im Gebäude Trium in Bochum.

KältenKlub: Dein beruflicher Weg begann aber nicht direkt in der Kältetechnik. Wie sah dein Einstieg aus?

Christian Funke: Ich habe zunächst eine Gesamtschule besucht und dort mein Abitur gemacht. Anschließend habe ich meinen Zivildienst in einem Krankenhaus in Bochum absolviert. Dort habe ich unter anderem Muttermilch und Blutkonserven transportiert. Danach stellte sich die Frage, wie es beruflich weitergehen sollte.

KältenKlub: Wie bist du schließlich in die Kältetechnik gekommen?

Christian Funke: Das war tatsächlich eher ein Zufall. Ursprünglich hatte ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen. Nach zwei Monaten war ich dort aber schon sehr unglücklich, weil das überhaupt nicht meine Welt war. Meine Cousine arbeitete bei einem Hausarzt. Dort war auch Herr Neuhäuser Patient, der später mein Chef wurde. Sie hat ihn angesprochen und gefragt, ob er nicht einen jungen Mann suche, der technisch interessiert ist und gerne anpackt. Er war offen für ein Gespräch, und so ergab sich die Möglichkeit, bei der Firma Kältetechnik Neuhäuser einzusteigen.

Ursprünglich hatte ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen.

KältenKlub: Wann war das?

Christian Funke: Im Jahr 2000 habe ich dort meine Ausbildung zum Kälteanlagenbauer begonnen. Die Berufsschule habe ich in Gelsenkirchen besucht, die überbetriebliche Ausbildung fand in Münster statt. Nach meinem Abschluss blieb ich bis 2014 im Unternehmen. In dieser Zeit war ich zunächst Monteur und später Übermonteur.

KältenKlub: Wie entstand in dieser Zeit der Kontakt zu Daikin?

Christian Funke: Die Firma Kältetechnik Neuhäuser war Fachpartner von Daikin. Dadurch hatte ich regelmäßig mit Daikin-Geräten sowie mit den Mitarbeitenden des Unternehmens zu tun. Außerdem habe ich an Schulungen teilgenommen und das Unternehmen näher kennengelernt. Tatsächlich habe ich meinen Eltern schon 2002 gesagt, dass ich irgendwann einmal bei Daikin arbeiten möchte.

KältenKlub: 2014 hast du diesen Schritt dann gewagt. Wie kam es dazu?

Christian Funke: Damals wurde die Stelle eines technischen Beraters ausgeschrieben. Ich habe lange überlegt, ob der Wechsel von der Baustelle ins Büro der richtige Schritt ist. Letztlich habe ich mich dafür entschieden. Rückblickend würde ich sogar sagen, dass ich diesen Schritt früher hätte gehen können.

KältenKlub: Welche Aufgaben hattest du als technischer Berater?

Christian Funke: Ich war sieben Jahre lang technischer Berater für den Bereich Direktverdampfung. Dazu gehören beispielsweise Splitgeräte, SkyAir-Geräte und VRV-Geräte. In dieser Funktion habe ich Kunden und Partner bei technischen Fragestellungen unterstützt.

KältenKlub: Wie ging deine Entwicklung bei Daikin weiter?

Christian Funke: Später ergab sich die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln. Ich wurde Vorgesetzter der technischen Berater und übernahm die Funktion des Supervisors. Im Jahr 2024 kam dann zusätzlich die Verantwortung als Standortverantwortlicher für den Standort Bochum hinzu.

Später ergab sich die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.

KältenKlub: Viele Auszubildende und Gesellen glauben, dass sie ihr gesamtes Berufsleben auf Baustellen verbringen werden. Was möchtest du ihnen mitgeben?

Christian Funke: Mein Werdegang zeigt, dass es in der Kältetechnik viele Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Man muss nicht zwangsläufig sein gesamtes Berufsleben auf Baustellen verbringen. Es gibt unterschiedliche Wege, sich fachlich und beruflich weiterzuentwickeln.

KältenKlub: Du hast keinen Meister gemacht. War das eine bewusste Entscheidung?

Christian Funke: Ja. Ich habe mich mit dieser Frage intensiv beschäftigt und überlegt, in welche Richtung ich mich beruflich entwickeln möchte. Letztlich habe ich mich bewusst gegen den Meister entschieden.

KältenKlub: Kann man also auch ohne Meistertitel Karriere machen?

Christian Funke: Ja, das zeigt mein Beispiel. Man kann sich auch als Kälteanlagenbauer beziehungsweise Mechatroniker für Kältetechnik weiterentwickeln, ohne den Meisterabschluss zu besitzen. Der Meister kann in vielen Situationen hilfreich sein, aber er ist nicht der einzige Weg.

KältenKlub: Was ist dein Fazit für den Branchennachwuchs?

Christian Funke: Die Kältetechnik bietet einen großen Strauß an Möglichkeiten. Man kann sich fachlich weiterentwickeln, Führungsverantwortung übernehmen oder den Weg in die Selbstständigkeit einschlagen. Wichtig ist, die Chancen zu nutzen, die sich ergeben.

KältenKlub: Christian, vielen Dank für das Gespräch.

Jetzt weiterlesen und profitieren.

+ KK E-Paper-Ausgabe – jeden Monat neu
+ Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
+ Fokus KK: Sonderhefte (PDF)
+ Webinare und Veranstaltungen mit Rabatten
uvm.

Premium Mitgliedschaft

2 Monate kostenlos testen