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Von der Klorolle zur Hightech-Pumpe: Die Entstehungsgeschichte der Vamp

Produktentwicklung der VAMP

KÄLTENKLUB: Wir sind hier in Hitzkirch in der Schweiz und schauen uns heute die Vamp einmal genauer an. Benno, danke, dass wir hier sein dürfen. Erzähl doch mal, wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Pumpe wie die Vamp zu entwickeln?

Benno Brinlinger: Sehr gerne. Wir sind ja schon seit 2007 Kondensatpumpenhersteller und haben 2016 die Combi auf den Markt gebracht – eine sehr gute Pumpe, die auch schnell ihre Fangemeinde fand. Allerdings haben wir vom Markt gelernt, dass die Pumpe für viele Anwendungsfälle immer noch zu groß, zu komplex und auch recht teuer sei. Daraus ist die Idee geboren, eine kleinere, kompaktere Pumpe zu konkurrenzfähigen Konditionen herzustellen, um damit auch in den Massenmarkt für Kondensatpumpen vorzustoßen.

KÄLTENKLUB: Das war also die Basis für die Neuentwicklung?

Benno Brinlinger: Das war die Grundidee, ja. In der Combi stecken bereits Technologien, die wir übernommen haben, wie beispielsweise die Membranpumpe. Der entscheidende Impuls kam dann 2021, als ich in England war und mich mit einem Kältetechniker unterhielt. Im Laufe des abendlichen Gesprächs kamen wir auf Kondensatpumpen und ich fragte ihn, was eine ideale Kondensatpumpe eigentlich können müsste. Er sagte, sie muss klein, leise und einfach einzubauen sein. Er nannte mir auch den üblichen Anwendungsfall, wie eine Pumpe ersetzt wird, und beschrieb das größte Problem: Der Kunde ist maximal frustriert, weil er seit Tagen in der Hitze sitzt und eine schnelle Lösung will. Anstatt das defekte Modell durch dasselbe zu ersetzen, um die Verkabelung beizubehalten, dachten wir uns: Wenn die Verkabelung das Problem ist, dann bauen wir doch einfach Adapter und lösen es damit.

Eine kleinere, kompaktere Pumpe zu konkurrenzfähigen Konditionen

KÄLTENKLUB: Und wie ging es von dieser Erkenntnis weiter?

Benno Brinlinger: Ich bin zurück ins Büro gekommen und habe unseren Entwicklungsleiter gebeten, mir die einzelnen Komponenten einer unserer Kondensatpumpen zu geben. Dann habe ich diese genommen und in eine – sagen wir mal – technologisch hochwertige Klopapierrolle gepackt und das Ganze mit Tesafilm zusammengebaut. Ich habe ihm diesen Prototyp überreicht und den Entwicklungsauftrag gegeben: in dieser Größe und nicht teurer als Summe X.

KÄLTENKLUB: Und die Reaktion des Entwicklers?

Benno Brinlinger: Da sagt der Entwicklungsingenieur natürlich erst mal: „Geht nicht.“

KÄLTENKLUB: Das hier war also die tatsächliche Zielgröße? Wenn man das mal vergleicht, das ist wirklich nicht groß. Gegenüber dem bisherigen Modell macht das schon einen deutlichen Unterschied.

Benno Brinlinger: Das macht schon was aus, ja. Das war die Ausgangslage. Auf dieser Basis kamen die ersten Modelle dazu, es wurde etwas aus Holz gefeilt. Das war natürlich sehr ambitioniert und mein Wunschdenken. Mein Auftrag war, den Kondensatschlauch direkt als Wasserreservoir zu nutzen, damit wir uns dieses zusätzliche Bauteil sparen. Das brachte aber die Herausforderung der Sensortechnologie mit sich. Übliche Technologien mit Schwimmerschalter oder elektronischen Sensor-Panels funktionieren in diesem Aufbau nicht. Also haben wir auf die optische Füllstandsmessung zurückgegriffen, was wiederum neue Herausforderungen bedeutete, da wir damit noch nicht gearbeitet hatten. Aber unsere Elektronik-Ingenieure haben das hervorragend gelöst. So kamen die ersten Lösungen auf den Tisch, erst noch intransparent, und über die Zeit wuchs das Projekt in die richtige Richtung.

KÄLTENKLUB: Bis zum finalen Produkt?

Benno Brinlinger: Genau. Wir haben dann auch unseren Haus- und Hofdesigner noch einmal daran arbeiten lassen, und im Endeffekt ist die Vamp-F herausgekommen. Das ist das erste Modell mit dem verstellbaren Füllschlauch, ganz einfach zu montieren. Hier drin sitzt der optische Füllstandssensor – eine Technologie, die seit Jahrzehnten erfolgreich im Markt angewendet wird.

KÄLTENKLUB: Die Abtastung ist also rein optisch, kein Schwimmer, keine Elektronik, die verschmutzen kann?

Benno Brinlinger: Richtig. Kein Schwimmer, der verdreckt, keine elektronischen Sensor-Panels, die beispielsweise durch Luftionisatoren gestört werden können. Dieses Sensormodell ist annähernd wartungsfrei und störungsunanfällig. Mit dem verstellbaren Schlauch schließen wir uns direkt an die Kondensatwanne an und nutzen den Schlauch als Wasserreservoir. Diese erste Variante haben wir auf der Chillventa vorgestellt – es war ein Riesenerfolg, ich habe noch nie so viel Andrang an einem Messestand gesehen. Die Größe ist einfach ein Punkt, der überzeugt. Die Zielgröße ist mehr oder weniger erfüllt.

KÄLTENKLUB: Und es blieb nicht bei dem einen Modell.

Benno Brinlinger: Das nächste Modell, das wir auf den Markt gebracht haben, ist die Vamp-X mit einem externen Wasserreservoir, in dem ebenfalls der optische Füllstandssensor verbaut ist. Die Pumpe selbst ist so klein, dass die Idee war, das starre Abflussrohr der Kondensatwanne durch unseren flexiblen Schlauch zu ersetzen und so Platz zu schaffen, um die Pumpe direkt im Klimagerät zu installieren. Sollte dort tatsächlich kein Platz sein, gibt es diese Version. Und ganz neu ist unsere Eckkanal-Lösung. Wie man sieht, ist der Pumpenkörper immer der gleiche, nur das Anschlussstück vorne ist unterschiedlich. Das erlaubt uns, in der Produktion sehr viele Gleichteile zu nutzen.

Das ist das erste Modell mit dem verstellbaren Füllschlauch, ganz einfach zu montieren.

KÄLTENKLUB: Und der optische Sensor ist da auch wieder drin?

Benno Brinlinger: Ja, der optische Sensor wird hier in einem anderen Schlauch senkrecht installiert und detektiert so den Wasserstand. Das ist im Moment ein reines Ersatzmodell. Wir haben mitbekommen, dass im Markt einige Eckkanal-Pumpen Probleme bereiten. Dafür haben wir diese Pumpe entwickelt, zusammen mit diesem schwingungsdämpfenden Styrofoam-Körper. Sie passt in diverse marktführende Modelle rein und erlaubt einen schnellen Ersatz. Und wie gesagt: Bei der Verkabelung können wir bei den meisten Modellen auf Anpassungen verzichten, weil wir Adapter gebaut haben, welche die Nutzung der bestehenden Kabel erlauben.

KÄLTENKLUB: Wie lange hat der gesamte Prozess gedauert, von der Klorolle bis zu den fertigen Pumpen?

Benno Brinlinger: Rund dreieinhalb Jahre. Wir haben extremen Wert darauf gelegt, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das funktioniert, und wollten Kinderkrankheiten möglichst vermeiden. Deswegen hatten wir die Pumpen auch über zweieinhalb Jahre im Testbetrieb. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, nicht nur bei den Produkten, sondern auch bei der Verpackung. Alle Pumpenmodelle kommen im gleichen Umkarton, der im Großhandel auf der Theke wie ein Dispenser benutzt werden kann.

KÄLTENKLUB: Und die Sensoren, die Leiterplatten – das entwickelt und produziert ihr auch alles selbst?

Benno Brinlinger: Richtig, die Sensoren produzieren wir selbst. Auch die Leiterplatten sind von uns in-house designt. Wir lassen sie extern fertigen, um kostengünstig zu sein, aber die Pumpe selbst und die optischen Sensoren werden alle hier bei uns hergestellt und verschweißt.

KÄLTENKLUB: Dann lass uns das mal anschauen. Hier sind wir jetzt am Prüfstandort, quasi am Dauertest-Standort für diese Pumpen. Hier hängen unzählige Pumpen an unzähligen Schläuchen, und manche davon sehen richtig eklig aus.

Benno Brinlinger: Wir haben während der letzten zweieinhalb Jahre versucht, möglichst lebensnahe Bedingungen zu replizieren. Wir haben biologisches Material ins Wasser gegeben, Zementstaub und Rückstände aus Staubsaugerbeuteln beigemischt, um wirklich realistische Bedingungen zu schaffen. Die Pumpen liefen in unterschiedlichen Testaufbauten zweieinhalb Jahre im Dauertest. Wenn man hier mal reinschaut, ist das alles andere als schön, aber ich denke, es entspricht ziemlich der Realität.

Wir haben uns viele Gedanken gemacht, nicht nur bei den

KÄLTENKLUB: Die liefen also zweieinhalb Jahre einfach so vor sich hin?

Benno Brinlinger: Genau, entweder im Dauertest oder in unterschiedlichen, vordefinierten Schaltungen, um möglichst realitätsnahe Ergebnisse zu erzielen.

KÄLTENKLUB: Okay, prima. Das heißt, wenn die Pumpen das hier überstanden haben, dann wisst ihr auch, dass die Dinger funktionieren. Jetzt sind wir in der Fertigung. Das sieht hier vielleicht klein aus, aber es hat ganz schön Wumms.

Benno Brinlinger: Ja, wir stellen aktuell rund 1.500 bis 1.600 Pumpen pro Tag her. Wir arbeiten im Zweischichtbetrieb, um der hohen Nachfrage nachkommen zu können. Das Produkt schlägt ein wie eine Bombe.

KÄLTENKLUB: 1.600 Stück pro Tag. Geil. Was passiert hier genau?

Benno Brinlinger: Die Damen hier montieren das Innenleben der Kondensatpumpe – Sensor, Pumpe und Elektronik. Bevor diese Einheit in der Spritzgussmaschine vergossen wird, testen wir jede einzelne Pumpe zu 100 Prozent auf ihre Funktionalität, denn wir wollen natürlich nur funktionsfähiges Material vergießen. Nach dem Umspritzen wird der Sensor wie auch die Funktionalität der Pumpe noch einmal zu 100 Prozent getestet. Anschließend werden die Zubehörteile zusammengefügt, eine Seriennummer wird vergeben, und dann wird alles verpackt und geht direkt zum Kunden.

KÄLTENKLUB: Der Kunde ist in dem Fall der Großhändler?

Benno Brinlinger: Der Kunde ist der Großhändler, genau.

KÄLTENKLUB: Eine spannende Sache. Ich hoffe, ihr habt einen guten Eindruck bekommen, wie so eine kleine, leise und unauffällige Pumpe hier in der Schweiz entsteht. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Bis zum nächsten Mal!

2,5 Jahre mussten die Pumpen durch „Dick und Dünn“. Ein harter Test.

Bild: KältenKlub

2,5 Jahre mussten die Pumpen durch „Dick und Dünn“. Ein harter Test.
Für jeden Einsatzbereich gibt es eine Lösung.

Bild: Refco

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