Mit der neuen F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 rücken natürliche Kältemittel verstärkt in den Fokus der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik. Diese Entwicklung stellt die Branche jedoch vor neue Herausforderungen: Viele Niedrig-GWP- oder „natürliche“ Kältemittel verfügen über brennbare, toxische oder erstickende Eigenschaften, was ihren Einsatz in bestimmten Bereichen erschwert. Um die Sicherheit bei solchen Anwendungen zu gewährleisten, sind andere Lösungen gefragt. Eine bewährte Option ist die Nutzung von Wärmeträgern wie TIGSol in Sekundärsystemen.
Direkt verdampfende Systeme sind unter diesen Voraussetzungen in großen Bereichen nicht mehr einsetzbar. Somit gewinnen Wärmeträgerflüssigkeiten eine immer größere Bedeutung. Mit diesen Fluiden hat man die Möglichkeit, die oben genannten gefährlichen Eigenschaften in Maschinenräumen, im Freien oder anderweitig zu minimieren. Der Transport von Wärme und Kälte erfolgt über die Wärmeträger zu den sensiblen Bereichen wie Produktionsstätten, Wohnbereichen, Hotelzimmern etc.
Die besten thermodynamischen Eigenschaften für eine solche Aufgabe besitzt Wasser. Aber gerade in der Kältetechnik ist der Einsatz von Wasser oft eingeschränkt, denn es geht unter 0 °C in den festen Aggregatzustand über und ist somit für den Energietransport nicht mehr geeignet. Eine praktikable Lösung für dieses Problem sind TIGSol Wärmeträgerflüssigkeiten in Verbindung mit Wasser.
Optimale Konzentration – Die Mischung macht’s
Die Konzentration des Wasser-Glykol-Gemischs ist entscheidend für die Funktionalität und Langlebigkeit eines Systems. Dabei gilt der Grundsatz: So niedrig wie möglich, so hoch wie nötig.
Das sollten Sie beachten:
1. Die niedrigste zu erwartendeUmgebungs-, oder Betriebstemperatur legt die Mindestkonzentration des Wasser-Glykol-Gemischs fest.
2. Niedrige Glykol-Anteile können zum Einfrieren von Leitungen führen.
3. Zu hohe Konzentrationen verschlechtern die thermodynamischen Eigenschaften und erhöhen die Energiekosten.
4. Die Mindestkonzentration von TIGSol darf nicht unterschritten werden, da dies zu chemischen Reaktionen führen kann, die korrosionshemmenden Wirkungen der Inhibitoren für Metalle eliminiert und zur Bildung von Mikroorganismen führt, welche eingesetzte Dichtungsmaterialien angreifen.
Die Produkte TIGSol N und TIGSol L bieten Lösungen für unterschiedliche Anforderungen. Während TIGSol N (rot eingefärbt) für technische Anwendungen geeignet ist, kommt TIGSol L (grün eingefärbt) auch in sensiblen Bereichen wie der Lebensmittel- oder Pharmaproduktion zum Einsatz.
Obwohl geschlossene Systeme grundsätzlich wartungsfrei sind, empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle der Konzentration
Richtlinien für Installation und Wartung
Damit Wärmeträgerflüssigkeiten zuverlässig arbeiten, müssen einige Grundregeln beachtet werden:
Reinigung der Systeme: Vor dem Befüllen müssen Rohrsysteme mit reinem Wasser durchgespült und sofort danach mit dem Glykol-Wassergemisch befüllt werden, um Korrosion zu vermeiden.
Wasserqualität: Zum Mischen darf nur Wasser mit einem maximalen Chloridionengehalt von 100 ppm verwendet werden. Vollentsalztes Wasser (VE-Wasser) ist optimal.
Homogenität der Mischung: Konzentrat und Wasser sollten außerhalb der Anlage vorgemischt werden, da eine nicht homogene Durchmischung innerhalb der Leitungen zu Frostschäden und Rostschäden führen kann.
Wartung und Kontrolle
Obwohl geschlossene Systeme grundsätzlich wartungsfrei sind, empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle der Konzentration – spätestens ein Jahr nach Inbetriebnahme. Die Überprüfung erfolgt idealerweise mit einem Refraktometer, das präzise Werte zur Frostschutztemperatur liefert. Sollte eine Unterkonzentration festgestellt werden, kann diese durch gezielte Zugabe von Konzentrat korrigiert werden.
Umweltschutz und gesetzliche Vorgaben
Beide TIGSol Produkte sind biologisch gut abbaubar und erfüllen die Anforderungen der Wassergefährdungsklasse WGK 1. Trotzdem unterliegen sie strengen Vorschriften, beispielsweise bei der Verwendung in Erdwärmesonden. Arbeiten unterhalb der Erdgleiche dürfen nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden und müssen regelmäßig geprüft werden, sofern es sich um Betriebe der gewerblichen Wirtschaft oder öffentliche Einrichtungen handelt.
Wärmeträger als Teil des Wandels in der Kälte- und Klimabranche
Wärmeträger ermöglichen den sicheren Einsatz von Kältemitteln mit brennbaren, erstickenden oder toxischen Eigenschaften und sind in einer Welt, in der Niedrig-GWP- und „natürliche“ Kältemittel zunehmend an Bedeutung gewinnen, unverzichtbar geworden. Tyczka Air Gases setzt sich daher nicht nur dafür ein, unsere Kunden über den korrekten Einsatz von Wärmeträgern zu informieren, sondern auch, sie bei der Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen zu unterstützen.
Gemeinsam schaffen wir die Kälte von morgen.
Bild: Tyczka Air Gases
TIGSol L
Bild: Tyczka Air Gases
TIGSol N
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