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Anlagentechnik bei Trane

Die Kunst der intelligenten Systemkopplung

Am Anfang des Systems steht ein imposanter 50.000-Liter-Pufferspeicher, der als zentraler hydraulischer Knotenpunkt fungiert. Dieses „Riesenu-Boot“, wie Bastian Sauermann es nennt, sorgt für die saubere hydraulische Trennung der verschiedenen Kreisläufe. Seine Hauptaufgabe ist es, sicherzustellen, dass jeder Verbraucher – vom Bürogebäude bis zu den angebundenen Testständen – stets mit der richtigen Wassermenge und der passenden Temperatur versorgt wird. Er bildet die Grundlage für das Zusammenspiel der Kälte- und Wärmeerzeuger von Trane.

Zwei Maschinen, drei Betriebsmodi

Das System wird von zwei äußerlich sehr ähnlichen, aber funktional unterschiedlichen Trane-Maschinen gespeist. Der entscheidende Unterschied, so Sauermann, liegt in der Anzahl der Rohrleitungen.

Die erste Maschine ist eine klassische, reversible Luft-Wasser-Wärmepumpe von Trane mit zwei Rohrleitungen. Sie arbeitet nach dem „Entweder-oder“-Prinzip: Im Sommer kann sie kühlen, im Winter kann sie heizen. Diese Flexibilität eignet sich ideal, um beispielsweise ein Bürogebäude oder eine Produktionsstätte saisonal zu klimatisieren.

Eine Mehrleitermaschine kann kühlen oder heizen – oder beides gleichzeitig

Die zweite Maschine ist eine sogenannte Mehrleitermaschine von Trane, erkennbar an ihren vier Rohrleitungen. Sie beherrscht nicht nur das Kühlen oder Heizen, sondern kann beides auch simultan. „Sie kann kühlen und heizen“, fasst Sauermann den Kernunterschied zusammen. Möglich wird dies durch zusätzliche interne Plattenwärmetauscher. Damit funktioniert die Anlage im Mischbetrieb wie eine wassergekühlte Kältemaschine mit 100-prozentiger Wärmerückgewinnung. Das erzeugte Kaltwasser mit 6 bis 10 °C kann für die Kühlung genutzt werden, während das gleichzeitig anfallende Warmwasser mit 30 bis 50 °C für Heizzwecke zur Verfügung steht.

Effizienz durch Kombination und moderne Technik

Beide Trane-Maschinen setzen auf Scrollverdichter und das Low-GWP-Kältemittel R-454B, das mit einem GWP-Wert von 466 und hoher Effizienz sowohl im Kälte- als auch im Wärmebetrieb überzeugt. Der entscheidende Vorteil des Anlagendesigns liegt jedoch in der Kombination der beiden Maschinentypen. Sauermann warnt davor, ausschließlich auf Mehrleitermaschinen zu setzen: „Das macht energetisch keinen Sinn.“ Der Grund ist einfach: Der Kältebedarf im Sommer ist in der Regel weitaus höher als der Heizbedarf. Eine alleinige Auslegung auf die sommerliche Spitzenlast würde zu überdimensionierten und damit ineffizienten Maschinen für den Winterbetrieb führen. Die von Trane gewählte Kombination aus einer grundlastfähigen Mehrleitermaschine und einer zuschaltbaren reversiblen Wärmepumpe löst dieses Problem elegant.

Im Maschinenraum wird dieses Zusammenspiel auf einem Anlagenschema visualisiert. Man erkennt, wie die beiden Maschinen den zentralen Pufferspeicher speisen, von dem aus die verschiedenen Verbraucher versorgt werden. Für die Anwendung bei Trane ist dies besonders vorteilhaft: Die im Sommer anfallende Abwärme aus der Kühlung ist kein Abfallprodukt, sondern wird über den Speicher nutzbar gemacht, um die anspruchsvollen Teststände des Unternehmens zu betreiben.

Gut erreichbare Filtergehäuse machen es den Servicemonteuren einfacher.

Bild: KältenKlub

Gut erreichbare Filtergehäuse machen es den Servicemonteuren einfacher.

Bild: KältenKlub

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