Bertold Brackemeier (links) und Oliver Barner im Gespräch.
Warum ist eine Fachmesse wie die Chillventa für die Kälte-Klima-Branche unverzichtbar? In einem Gespräch mit vertauschten Rollen befragt Bertold von der Chillventa den Kälteanlagenbauer Oli zu seinen persönlichen Messe-Highlights. Erfahrt, warum er den Besuch jedem Profi und vor allem jedem Auszubildenden ans Herz legt, welche versteckten Schätze es zu entdecken gibt und warum der Zwei-Jahres-Rhythmus der Messe für die Branche genau richtig ist.
Bertold: Hi Oli, heute mal in getauschten Rollen. Ich stelle die Fragen, denn du bist Kälteanlagenbauer und wir haben ein paar Fragen zur Chillventa, die uns brennend interessieren.
Oli: Vielen Dank für die Einladung. Dann leg mal los.
Bertold: Erste Frage: Was gefällt dir eigentlich am besten an der Chillventa?
Oli: Zuerst einmal ist sie groß. Das heißt, es gibt viele Möglichkeiten, Dinge zu sehen, und man schafft an einem Tag nicht alles. Als Kälteanlagenbauer hat man die Chance, Dinge zu sehen, mit denen man im Alltag nicht in Berührung kommt und die man im täglichen Geschäft einfach nicht sieht. Das können neue Geräte, neue Eindrücke oder neue Verfahren sein. Am meisten gefällt mir, dass man Dinge entdeckt, von denen man noch nicht wusste, dass es sie gibt. Das sind für mich die interessantesten Aspekte, seien es neue Entwicklungen oder Lösungen für Probleme, bei denen man bisher dachte, sie seien zu aufwendig.
Als ich Lehrling war, hat mein damaliger Ausbildungsbetrieb uns zu einer Kältemesse geschickt.
Bertold: Okay, cool. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf: Wo gehst du als Erstes hin, wenn du auf die Messe kommst?
Oli: Zuallererst zu den Ständen der großen Namen. Das ist klar, denn die haben meistens einen guten Grund für einen großen Stand: eine neue Entwicklung, eine neue Komponente oder ein neues Produkt. An zweiter Stelle kommen für mich die eher kleinen Aussteller, die man sich ein wenig suchen muss. 2024 gab es zum Beispiel ein Start-up aus einer Hochschule, das ein sehr cooles Verfahren in der Magnetokalorik vorgestellt hat.Aber weil es ein kleines Start-up ist, haben die natürlich noch keinen großen Stand.
Bertold: Wo du gerade Start-ups und Nachwuchs auf Ausstellerseite ansprichst: Wie ist das mit den Besuchern? Alle reden vom Fachkräftemangel. Würdest du einen Azubi mitnehmen? Und wenn ja, warum?
Oli: Als ich Lehrling war, hat mein damaliger Ausbildungsbetrieb uns zu einer Kältemesse geschickt. Das war noch vor der Chillventa-Zeit, aber dieser Besuch hat mir persönlich die Augen geöffnet und den Blick über die eigene Werkstattwand hinaus erweitert. Genau das sehe ich heute auch in den Augen der Azubis, wenn sie auf eine Messe wie die Chillventa dürfen. Deswegen finde ich, dass jeder Azubi mindestens einmal auf eine Messe geschickt werden muss.
Das Tolle ist, dass die Aussteller ihre neuesten Entwicklungen exklusiv auf der Chillventa präsentieren.
Bertold: Es gibt ja auch Leute, die keine Mechatroniker für Kältetechnik sind, sondern in Nebengewerken arbeiten. Warum sollten diese zur Chillventa kommen, gerade auch beim Thema Wärmepumpe?
Oli: Im Grunde ist es bei ihnen genauso wie bei den Kälte-Azubis. Auch diese Firmen haben Auszubildende und Mitarbeiter in artverwandten Berufen. Nehmen wir an, ein Kältebetrieb hat auch einen Elektriker oder einen technischen Zeichner in der Konstruktionsabteilung. Für sie wäre es total sinnvoll, zur Messe zu kommen, weil sie dann die ganze Welt dahinter sehen. Es ist eben nicht nur etwas Abstraktes, das sie aus drei Ebenen Entfernung betrachten. Bleiben wir beim Beispiel Konstruktion: Der technische Zeichner konstruiert vielleicht ein Maschinengestell in 3D, aber was das für einzelne Bauteile sind, sieht er oft nur als abstrakte Formen. Diese Teile mal live zu sehen, zu verstehen, was in ihnen steckt, wie sie aussehen und wie groß und schwer sie in der realen Welt sind – diese reale Komponente ihres Berufs zu erfahren, finde ich total wichtig und kann ich nur empfehlen.
Bertold: Hast du denn auch eine Frage an uns? Gibt es etwas, das dich interessiert und du schon immer von der Chillventa wissen wolltest?
Oli: Die Chillventa findet ja alle zwei Jahre statt. Warum nicht jedes Jahr?
Bertold: Das hat mehrere Gründe. Einerseits veranstalten wir im Zwischenjahr, also zum Beispiel 2025, den European Heat Pump Summit, einen Wärmepumpengipfel, der terminlich nah an der Chillventa liegt. Andererseits haben wir das Feedback aus der Branche bekommen – sowohl von Besuchern als auch von Ausstellern –, dass ein Zwei-Jahres-Rhythmus sinnvoller ist. Die Innovationszyklen sind nicht so hektisch wie in anderen Branchen. Das Tolle ist, dass die Aussteller ihre neuesten Entwicklungen exklusiv auf der Chillventa präsentieren. Das hilft den Besuchern und uns als Messemachern. Der Rhythmus macht für die Branche also absolut Sinn.
Bertold: Oli, herzlichen Dank, dass wir heute mit getauschten Rollen das Gespräch geführt haben.
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