Frage: Ich kann das Practical Limit (PL) von R 466 A nicht ermitteln. Im Internet finde ich widersprüchliche Werte. Einmal wird 0,32 kg/m³ angegeben, dann ein sehr viel niedrigerer Wert. Beides erscheint mir zu niedrig, da es sich um einen Ersatzstoff für R 410 A handelt, welches einen PL von 0,44 kg/m³ besitzt. Können Sie zur Klärung beitragen?
Antwort: Beim Practical Limit (PL, praktischer Grenzwert) handelt es sich um eine für die vereinfachte Berechnung eingesetzte Massekonzentration, die dazu dient, die maximal annehmbare Kältemittelmenge in einem Personen-Aufenthaltsbereich zu bestimmen. Der praktische Grenzwert für ein Kältemittel ist die höchste Konzentration in einem Personen Aufenthaltsbereich, die noch keine die Flucht beeinträchtigenden (d. h. akuten) Auswirkungen hat oder keine Entzündungsgefahr des Kältemittels mit sich bringt
Zur Beantwortung Ihrer Frage ist die Suche im Internet leider wenig hilfreich. Wenn Sie eine Suchmaschine nach dem praktischen Grenzwert von R 466 A fragen, werden Sie jedes Mal eine andere KI-generierte Antwort bekommen – mit Hinweisen auf Quellen, in denen nichts dergleichen zu finden ist. Die Qualität der KI-Aussagen lässt sich auch daran erkennen, dass beispielsweise der PL von 0,38 kg/m³ mit einer Volumenkonzentration von 380 ppm gleichgesetzt wird (siehe Abbildung). 380 ppm entsprechen beim Kältemittel R 466 A ungefähr einer Massekonzentration von 1,3 g/m³, es handelt sich also um eine völlig unsinnige Aussage.
Wenn nur wenige oder keine Daten vorliegen, neigt die KI bekanntlich zum Phantasieren, was in diesem Fall offensichtlich passiert ist. Daher sollten Sie niemals Kennwerte, die die KI liefert, ohne Überprüfung der Quelle verwenden. Übrigens: Die Veröffentlichung dieses Artikels im Internet wird das Suchergebnis vermutlich auch nicht verbessern.
Als einzige seriöse Quelle liegt mir der Normenentwurf zur DIN EN 378-5 vom Juli 2025 vor. Dort ist für das Kältemittel R 466 A sowohl für den praktischen Grenzwert als auch für den ATEL / ODL [1] ein Wert von 0,099 kg/m³ zu finden
Wenn Ihnen der angegebene PL-Wert zu niedrig erscheint, sollten Sie wissen, dass der praktische Grenzwert anhand der Gefährlichkeit der Inhaltsstoffe des Gemisches ermittelt wird. Auch wenn R 466 A als Ersatzstoff für R 410 A beworben wird, können sich die praktischen Grenzwerte deutlich unterscheiden.
Das Kältemittelgemisch R466A enthält neben R 32 und R 125 auch fast 40 Prozent R 13 I 1. Dieser Stoff ist eingestuft als „Kann vermutlich genetische Defekte verursachen“. Entsprechend liegt der Grenzwert für R 13 I 1 als Reinstoff mit 0,016 kg/m³ auch recht niedrig. Somit ist es plausibel, dass auch R 466 A einen relativ niedrigen praktischen Grenzwert hat.
Weitere Informationen zu R 466 A können Sie dem Sicherheitsdatenblatt entnehmen. Da das Kältemittel in unserem Haus nicht verwendet wird, liegt uns dieses nicht vor. Daher die Empfehlung, dass Sie sich zusätzlich bei einem Großhändler, der dieses Kältemittel im Angebot hat, informieren.
Bild: BFS