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Anforderungen an die Klimatechnik

Systeme neu denken

Die Klimatechnikbranche sieht sich mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert, die maßgeblich von externen Regulationen wie der F-Gase-Verordnung, der Kigali-Änderung oder drohenden PFAS-Beschränkungen angetrieben werden. Der daraus resultierende Wandel hin zu umweltfreundlichen, natürlichen Kältemitteln mit niedrigem Treibhauspotenzial (GWP) ist unumgänglich, um nachhaltige und zukunftssichere Lösungen zu schaffen. In der Praxis ist dieser Umstieg jedoch komplex.

Natürliche Kältemittel bringen Eigenschaften wie Toxizität, Entflammbarkeit oder hohe Betriebsdrücke mit sich – Merkmale, die in der Vergangenheit bewusst vermieden wurden. Diese Sicherheitsrisiken erfordern unverzichtbare technische Maßnahmen. Dazu gehören Gasdetektoren, Explosionsschutzvorkehrungen und Komponenten zur Druckentlastung. Die Einhaltung erweiterter Normen wie der DIN EN 378 und der ab 2027 geltenden Maschinen-Verordnung wird somit zur zentralen Aufgabe bei der Planung und Installation von Anlagen.

Wissen, Digitalisierung und Systemintelligenz

Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, ist ein Umdenken in der gesamten Branche gefordert. Systeme zur Kälte- und Wärmeversorgung müssen neu konzipiert werden. Dies betrifft nicht nur die Wahl des Kältemittels, sondern auch die grundlegende Systemarchitektur – etwa die Entscheidung zwischen dezentralen und zentralen Aufbauten zur Reduzierung von Füllmengen.

Systeme zur Kälte- und Wärmeversorgung müssen jetzt eigentlich neu erdacht werden.

Ein entscheidender Faktor ist die Qualifizierung der Fachkräfte. Fundiertes Fachwissen über die neuen Kältemittel, Sicherheitsmaßnahmen und Wartungsprotokolle ist unerlässlich. Clivet unterstützt dies durch Schulungspartnerschaften und Weiterbildungsangebote der Clivet University, um Monteure praxisnah auf die neuen Gegebenheiten vorzubereiten. Parallel dazu spielt die Digitalisierung eine Schlüsselrolle. Technologien wie das Internet der Dinge (IoT) ermöglichen es, Systeme intelligent zu vernetzen und ihren Betrieb kontinuierlich zu optimieren. Mit Systemen wie Control for Energy lassen sich Anlagen nicht nur umweltfreundlich, sondern auch maximal energieeffizient betreiben.

Praxisbeispiele für Systemkombinationen

Wie solche neu gedachten Systeme aussehen können, zeigen konkrete Anwendungsbeispiele. In Heilbronn wurde etwa eine Propan-Luft-Wasser-Wärmepumpe (Clivet Sander) mit 150 kW Gesamtleistung zur Kühlung einer Produktion installiert. Der redundante Aufbau mit zwei Anlagen und die Nutzung von Propan als Kältemittel ermöglichen einen energieeffizienten Betrieb bei gleichzeitig sehr geringen Füllmengen.

Natürliche Kältemittel sind mit bestimmten Eigenschaften behaftet, die wir eigentlich in der Vergangenheit in der Kältebranche als Kältemittel nicht
wollten.

Ein anderes Projekt demonstriert die intelligente Kombination verschiedener Technologien. Hier wurden R32-Mini-VRF-Anlagen für einen Neubauabschnitt mit einem Free-Cooling-Kaltwassersatz für den Gebäudebestand kombiniert. Diese hybride Lösung war wirtschaftlicher als eine aufwendige Neuverrohrung und erreicht durch das freie Kühlen einen extrem hohen EER-Wert von bis zu 25,6. Ein dritter Ansatz kombiniert externe Air-Handling-Units (AHU) mit Wärmerückgewinnung für die Grundlastversorgung mit dezentralen Deckenkassetten, die bei Bedarfsspitzen zugeschaltet werden. Diese Beispiele zeigen, dass durch die flexible Kombination bewährter und neuer Technologien effiziente und sichere Lösungen für die Anforderungen von morgen geschaffen werden können.

Mini-VRF + Luft-Wasser-Wärmepumpe: Heizen oder Kühlen

Bild: Clivet

Mini-VRF + Luft-Wasser-Wärmepumpe: Heizen oder Kühlen
Luft-Wasser-Wärmepumpe „Thunder“: 150 kW zum Heizen, Kühlen, Warmwasser bereiten

Bild: Clivet

Luft-Wasser-Wärmepumpe „Thunder“: 150 kW zum Heizen, Kühlen, Warmwasser bereiten

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